Markus Bock: Statt Arztkittel buntes Kostüm

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Christoph Schlesinger (l.) als Don Marzio mit dem Altenaer Kinderarzt Markus Bock. ▪

ALTENA ▪ Den weißen Arztkittel tauscht Markus Bock Sonntag ab 18 Uhr gegen ein farbenprächtiges Kostüm. Der Kinderarzt steht gemeinsam mit seiner Ehefrau Alena – die ihn auch in der Praxis an der Kirchstraße 14 unterstützt – in Lüdenscheid auf der Theaterbühne in der Schlesinger-Fabrik Am Westhang 49.

Langsam kribbelt es bei dem 62-jährigen Mediziner. „Unser Freundeskreis, die Theatergruppe in der Schlesinger-Fabrik, gibt sechs Mal Carlo Goldonis Dreiakter ,Das Kaffeehaus’ (La bottega del caffè). Morgen ist Premiere.“

Als Bock seinen 50. Geburtstag feierte, überraschten ihn seine Freunde mit der Aufführung eines Theaterstückes. Das habe damals sowohl ihm und seiner Frau, als auch den Gästen sowie den vortragenden Akteuren so viel Freude bereitet, „dass wir seit dieser Zeit gemeinsam Theater spielen und einmal pro Jahr vor größerem Publikum auftreten.“

Ehefrau Alena teilt die Theaterspiel-Leidenschaft ihres Mannes, ist als Arzthelferin genauso Teammitglied wie Richter, Fabrikanten, Designer oder neuerdings auch Studenten. „Ich bin oft nicht wieder zu erkennen, wenn ich auf der Bühne stehe“, sagt sie. „Wer rechnet schon damit, dass ich als Frau durch Kostüm und Maske so verändert werde, dass ich als Mann durchgehe?“ Und auch Markus Bock hat schon einmal ein Tier gegeben. „Da haben viele verblüfft geschaut“, sagt er und lächelt.

Es ist der gemeinsame Spaß, der Ausgleich zum Beruf, der die Bocks antreibt, die Mühen auf sich zu nehmen. Denn: „Unsere Stücke sind stets keine leichte Kost gewesen, sondern wirklich anspruchsvoll.“ Und das bedingt auch intensives proben. „Für das aktuelle Stück haben wir über ein Jahr sehr konzentriert geübt.“

Goldonis Charakter- und Intrigenkomödie hat neben vielen anderen Autoren unter anderem Lessing dazu angeregt, einige Motive des Stückes in sein Schauspiel „Minna von Barnhelm“ einzuarbeiten. Die Handlung spielt vor einem Kaffeehaus in Venedig. Der schwache Eugenio ist spielsüchtig, Flaminio alias Graf Leandro lebt vom Falschspiel auf Eugenios Kosten. Mittendrin im Geschehen: Der redliche Kaffehausbesitzer, der Eugenio schließlich vom Spiel abbringt und dessen Versöhnung mit seiner Frau einfädelt. Flaminio entsagt dem Falschspiel, rückt wieder an die Seite der Gattin. Don Marzio, Aufschneider und Intrigant, steht am Ende bekleckert da.

Regie führt einmal mehr Christoph Schlesinger. Er sieht in diesem Stück menschliche Leidenschaft und das Motiv der Sucht stark ausgeprägt, hat zwar einige Passagen des Originals der Zeit angepasst, lässt aber vom Stoff nichts aus.

Schauspieler oder Arzt? Wenn Markus Bock noch einmal starten könnte, was würde er heute bevorzugen? „Ein Kinderarzt als Schauspieler? Das schadet nicht, das ergänzt sich vielleicht sogar.“ ▪ Von Johannes Bonnekoh

Spieltermine: 2. November ab

20 Uhr, 3. November ab 19 Uhr, 11. November ab 18 Uhr, 17. November ab 20 Uhr sowie am 8. Dezember ab 19 Uhr. Karten: h.schlesinger@gmx.de oder Tel. 0 23 51/24 45 0.

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