Für Luisa beginnt am Mittwoch der Ernst des Lebens

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Luisa (6) und Martha (3 1/2 Jahre alt) Rönnecke. Die Große kommt am Donnerstag, 21. August, in die Schule. Sie ist eines von 47 Kindern, das in die Grundschule Mühlendorf eingeschult wird. Dann trägt das Mädchen zum ersten Mal ihren pinkfarbenen Tornister.

Altena -   „Ich muss nur noch einmal schlafen, dann komme ich in die Schule“, sagt Luisa Rönnecke und schaut auf den Kalender: Mittwoch, 20. August. Einen aufgeregten Eindruck macht die Sechsjährige aus dem Mühlendorf aber nicht. Ihre kleine Schwester Martha (3 1/2 Jahre alt) wirkt da schon etwas aufgekratzter. Bei ihrem Einwurf: „Ich muss noch warten...“, klingt schon Bedauern durch.

Das blonde Mädchen ist eines von 47 Kindern, die Rektor Wolfgang Wilbers Donnerstag, 21. August, ab 8.30 Uhr in der Turnhalle der Grundschule willkommen heißt. Dann werden alle Lernanfänger ihren Lehrerinnen zugeteilt, erhalten den Stundenplan und lernen ihre Klassenräume kennen.

Doch: So ganz unbekannt ist Luisa Rönnecke weder ihre künftige Schule, noch das Außengelände. „Unsere Kinder spielen häufig dort“, erzählt Mutter Miriam. Zudem sei der Kindergarten mit den künftigen Lernanfängern schon einmal im Rahmen eines Schnuppertages im Mühlendorf-Gebäude gewesen.

Es wird ein besonderer Tag für Luisa – aber so ein ganz kleines bisschen auch für ihre Schwester Martha. Natürlich gibt es eine Schultüte, keine Frage. „Was da drin ist, bleibt noch Geheimnis“, sagt die Mutter. Doch neben Obst und Süßigkeiten sollen auch Stifte drin sein, verrät sie später. Und Martha bekommt eine Mini-Kindergarten-Tüte, die ähnlich aussieht wie die Schultüte. „Aber pssssssst!, nicht verraten“, sagt die Mutter leise.

Die Großeltern kommen, Freunde und natürlich die Paten. Dann gibt es nach dem ersten Schultag einen richtigen „Feiertag“ für beide Mädchen. „Wir feiern eben gerne“, so Miriam Rönnecke.

Den pinkfarbenen Schulranzen ziert ein abnehmbarer Pferdesticker, dazu gibt es passend natürlich auch einen Turnbeutel. Das farbige Etui kommt noch obendrauf. Und damit ist längst noch nicht die ganze Einkaufsliste zum Schulstart abgearbeitet. Die Ausstattung für einen Lernanfänger geht ins Geld. Vor allem dann, wenn das Kind auch eigene Ansprüche, Wünsche und Ideen hat.

Aber auch wenn mehr auf die Qualität als auf das Aussehen der Produkte geschaut wird, Miriam Rönnecke rechnet vor, dass Ausgaben von 350 Euro sicherlich nicht zu knapp gerechnet sind. In dieser Summe sind aber noch keine Schulbücher enthalten. Damit summiert sich alles durchaus auf über 400 Euro.

Bei der Erstausstattung entfällt der größte Batzen natürlich auf den Schulranzen. Weil er zum Körper passen muss und eben vollbepackt bis zu sieben Kilogramm wiegt, hat auch hier die Gesundheit ihren Preis – 150 Euro sind nicht zu hoch gegriffen.

Rektor Wolfgang Wilbers und sein Team haben Familie Rönnecke auf dem Weg zum ersten Schultag schon viele Tipps gegeben. Der Brief der Schule, den die Mama vorgelesen hat, enthielt unter anderem das „kleine ABC für die Schulanfänger-Eltern.“ Von A wie Anfang (der Unterricht beginnt um 8 Uhr), über H (für Hausschuhe, die sind im Mühlendorf nämlich Pflicht) bis zum Z (Zuckertüte) reichen dabei die Tipps.

Wilbers sparte auch den Themenbereich Inklusion nicht aus. Auch wenn sich durch die Schule viel ändern wird: Miriam Rönnecke und ihr Mann Jörg sind trotzdem sicher, dass ihre Tochter auch als Schülerin noch Kind sein kann und bleibt. „Ihre Hobbies sind Tanzen und Geige spielen“.

Etwas traurig ist Luisa nur, weil keines der fünf Vorschulkinder aus dem Kindergarten mit ihr in eine Klasse gehen wird. „Sie wird neue Freunde finden“, sagt die Mutter und drückt die Kleine liebevoll.

von Johannes Bonnekoh

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