Kinder sind ihr Leben

+
Im Spielzimmer: Ute Kraska und ihre Pflegekinder. ▪

ALTENA ▪ Für Ute Kraska sind Kinder „das Schönste, was es gibt im Leben“. Die 52-jährige arbeitet als Tagespflegemutter für die Stadt Altena und betreut wöchentlich bis zu zehn Kinder. Das Jugendamt sucht mehr Frauen und Männer, die diesen Job machen möchten.

„Frau Kraska ist ein Paradebeispiel“, sagt Karin Mielimonka, beim Jugendamt zuständig für die Tagespflege. Seit mehr als zehn Jahren nimmt Ute Kraska Kinder von einem bis zu 14 Jahren bei sich zu Hause auf, während die Eltern arbeiten gehen. „Ich habe schon als Mädchen gerne Kinder verwahrt“, berichtet sie und ergänzt: „Kinder sind mein Leben – mein ein und alles.“

In der großen Wohnung im Ortsteil Mühlendorf duftet es am frühen Morgen bereits nach Mittagessen. „Heute gibt es Kohlrabi mit Bratwurst und Kartoffeln“ – Ute Kraska kocht jeden Tag für ihre Schützlinge, und das bereits um kurz nach 7 Uhr, damit zur Mittagszeit jedes Kind individuell bedient werden kann. Sie legt viel Wert auf gesunde Ernährung, deswegen gibt es auch täglich einen Obstteller. „Heute gab’s Kiwi, Banane und Apfel“, erzählt die dreijährige Luisa. Und welche Sorte mag sie am liebsten? „Kiwi, Banane und Apfel.“ Alles bestens also.

Die Kinder fühlen sich wohl bei Ute, wie sie sie nennen dürfen. Kein Wunder, sie haben ein großes Zimmer zum Spielen, einen Garten mit Sandkasten, Rutsche, Schaukeln und vielen bunten Blumen. Außerdem: Meerschweinchen und Hasen. „Ich bin immer mit den Kindern draußen, entweder im Garten oder wir gehen gemeinsam Gassi mit dem Hund“, sagt Ute Kraska. Ansonsten liest sie den Kleinen gerne Geschichten vor, bastelt und malt mit ihnen. Auch die älteren Kinder kommen auf ihre Kosten, sie finden im Esszimmer ein ruhiges Plätzchen für die Hausaufgaben oder einfach zum Entspannen. „Die Kinder und ich, das passt einfach. Es kommen auch immer viele ehemalige Pflegekinder zu Besuch“, so Kraska. Probleme hat sie auch mit schwierigen Kindern nicht. „Jeder hat einen guten Kern. Und das Wichtigste sind eine klare Ansage und klare Regeln, dann läuft das.“

Das bestätigt Karin Mielimonka: „Die Kinder wissen bei Ute Kraska, wo sie dran sind“. Eine gerade Linie sei einfach wichtig, wenn man diesen Job gut gelaunt meistern möchte. Und: „Wenn man das macht, dann muss man es mit dem Herzen machen“. Kindertagespflege sei zwar eine gute Möglichkeit für Frauen und Männer, etwas dazu zu verdienen. Dieser Job sei aber der falsche, wenn es nur ums Geld verdienen geht, so Mielimonka. Drei Euro bekommt Ute Kraska pro vom Jugendamt vermitteltem Kind pro Stunde. Pflegeeltern mit Zertifikat, wie es seit einigen Jahren verlangt wird, bekommen vier Euro.

Derzeit gibt es in Altena 19 Tagesmütter, „Väter leider gar nicht“, sagt Mielimonka. Das Jugendamt ist ständig auf der Suche nach Pflegeeltern. „Gerne auch Menschen im Großelternalter.“ Voraussetzung: ein kinderliebes Wesen und eine kindgerechte Wohnung.

Ein neuer Grundkurs zur Tagesmutter/zum Tagesvater startet im September, der Aufbaulehrgang für das Zertifikat „Tagespflege“ schließt sich im Novermber an. Nähere Auskünfte erteilt Karin Mielimonka unter der Rufnummer 0 23 52/20 92 40. ▪ Von Ilka Kremer

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare