Gemeinden bereiten Krippenspiele vor

Das sind die Soldaten: Ihr Aufruf, dass „alle Welt sich sollte schätzen lassen“, stößt bei der Bevölkerung auf wenig Begeisterung. Solche Volkszählungen waren vor über 2000 Jahren mit großem Aufwand verbunden.  Foto: Bender

Altena - Es gehört zu Weihnachten wie Tannenbaum und Spekulatius: In allen Kirchen der Stadt finden am Heiligen Abend Krippenspiele statt. Dargeboten werden sie von Kindern und Jugendlichen. 

Josef und Maria – Gottes Plan geht auf“ – dieses Krippenspiel von Monika Graf haben Pfarrerin Merle Vokkert, Sabine Schmoll-Folz und Johannes Köstlin in diesem Jahr für den Familiengottesdienst an Heiligabend um 16 Uhr in der Lutherkirche ausgesucht – dass der Kantor an den Vorbereitungen mitwirkt, bedeutet natürlich auch, dass viel gesungen wird.

Mal sind es die Soldaten, mal die empörten Bürger, die sich nicht zählen lassen wollen und Maria wird sogar ein Solo zu Gehör bringen – bei der letzten Probe klang das noch ein bisschen brüchig, weil die Darstellerin schlimm erkältet war. Trotzdem ist Merle Vokkert guter Dinge, dass alles gut geht – „es hat schließlich noch jedes Jahr geklappt“.

Während der Aufführung im Gottesdienst werden sie und Sabine Schmoll-Falz Blickkontakt mit den Teilnehmern haben, sie durch Gesten unterstützen und zur Not auch soufflieren. Zwei Dutzend Kinder wirken mit, geprobt wird seit Oktober wöchentlich – ein Riesenaufwand für eine einzige Aufführung und doch alternativlos, wie Vokkert meint: „Für die Kinder ist das eine großartige Sache“. Die zum Teil sehr peppigen Lieder des Stücks werden übrigens am zweiten Weihnachtstag noch einmal im Gottesdienst gesungen.

In der evangelischen Kirchengemeinde Rahmede gibt es Heiligabend eine Geschichte in der Geschichte geboten: Um 16 Uhr besteigen die Gottesdienstbesucher mit den Konfirmanden und Katechumenen eine Zeitmaschine, die die Beteiligten direkt nach Bethlehem beamt. Helmut Schaffring probt seit dem ersten Advent mit 14 Jugendlichen und Kindern das Anspiel von einem außergewöhnlichen Heiligabend, bei dem eine Zeitmaschine unter dem Christbaum auftaucht. Das Live-dabei-Gefühl unterstreicht ein Projektchor, den Kirchenmusikerin Maike Lehmkuhl ins Leben gerufen hat. So entsteht eine abwechslungsreiche und moderne Adaption der Ereignisse zur Stunde Null.

Ganz klassisch geht es in den Gemeinden Dahle und Evingsen zu. Auch in deren Kirchen werden am Mittwoch um 16 Uhr Krippenspiele aufgeführt – „wir spielen die Weihnachtsgeschichte nah am Text“, erklärt Uwe Krause, der Pfarrer der beiden Gemeinden. Darsteller sind die Katechumenen. In Dahle hat Jörg Chilla, der Jugendreferent des Kirchenkreises, sie auf diese Aufgabe vorbereitet, in Evingsen übernahm Uwe Krause das mit einer Hand voll engagierter Helfer.

In den katholischen Kirchen haben die Gottesdienstbesucher zwei Möglichkeiten, sich ein Krippenspiel anzusehen. Beide werden an Heiligabend aufgeführt. Die zeitlich erste Gelegenheit gibt es um 15.30 Uhr in St. Matthäus an der Lindenstraße. Etwa ein Dutzend Kinder singen und spielen hier die Aufführung „Die Menschen sind unverbesserlich“ unter der Leitung von Maria Hartel. Die Generalprobe findet am Dienstag statt. Der Gottesdienst ist als Kinderfeier für Vor- und Grundschüler gedacht – und selbstverständlich für die Eltern.

Um 17 Uhr gibt es eine Christmette mit Krippenspiel in der Evingser St. Theresia Kirche. Dort spielen – neben anderen – die Erstkommunionkinder des kommenden Jahres. Erzählt wird die Weihnachtsgeschichte. Die Darsteller agieren dabei in einem „Schattenspiel“ hinter einer beleuchteten Leinwand. - ben.-/iho/tk

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