Verkehrsinfarkt in der Rahmede

Hier ging am Mittwochabend garnichts mehr: In der Rahmede bildeten sich lange Staus in beide Fahrtrichtungen, trotz grüner Ampel konnte man nicht fahren. Nachdem Polizisten die Ampel lahmgelegt hatten (kleines Bild), besserte sich die Situation. - Fotos: Bender

Altena - Am Mittwochabend erlebte die Rahmede den totalen Verkehrsinfarkt. Er sei in 30 Minuten kaum vorwärtsgekommen, berichtete AK-Redakteur Lars Schäfer, der in Lüdenscheid wohnt und gut eine Stunde für den Weg nach Hause brauchte.

„Irgendwann ist die Kapazität einer solchen Straße halt erschöpft“, kommentierte Alexander Fall, Leiter der Polizeiwache Altena, die Situation. Ausgelöst wurden die Verkehrsprobleme offensichtlich durch dichten Verkehr auf der A 45. Etliche Autofahrer versuchten, den Stau zwischen Lüdenscheid und dem Westhofener Kreuz über Lüdenscheid, Altena und Nachrodt zu umfahren.

Knackpunkt in der Rahmede war zunächst die Pott-Jost-Brücke. Vor deren Ampel bildete sich ein Rückstau, der bis zur Baustellenampel in Höhe der ehemaligen Jmra reichte. Folge: In Richtung Nachrodt fahrende Autos blockierten den einspurigen Bereich. Wer nach Lüdenscheid wollte, konnte dadurch auch dann nicht fahren, wenn er grün hatte. Deshalb bildete sich auch in dieser Richtung ein langer Stau.

Gesteigert wurde das Chaos dann dadurch, dass die Ampel ganz ausfiel und plötzlich auf beiden Seiten Rotlicht zeigte. Polizeibeamte, die bis dahin versucht hatten, an der Pott-Jost-Brücke für einen besseren Abfluss des Verkehrs zu sorgen, legten die Ampelanlage daraufhin mit Hilfe von zwei Müllsäcken kurzerhand still.

Das sei möglich gewesen, weil die Fahrbahn soweit wiederhergestellt sei, dass der Verkehr jetzt zweispurig durch den Baustellenbereich fließen kann, sagte Fall auf Anfrage. Außerdem sei die Genehmigung für die Ampelregelung ohnehin abgelaufen.

Jetzt läuft der Verkehr in der unteren Rahmede also wieder ungehindert – aber nicht lange: Wegen Felssicherungsarbeiten am Kleinbahntunnel wird dort am Montag die nächste Baustelle eingerichtet, wieder mit einer Ampel und diesmal noch näher an der Pott-Jost-Brücke. Damit ist die Gefahr groß, dass sich eine Situation wie die am Mittwoch wiederholt. Wichtig sei vor allem, dass solche Ampelanlagen nachjustiert würden, nachdem man einige Tage Erfahrung gesammelt habe, sagte Fall.

Zumindest auf dem Abschnitt zwischen Pott-Jost-Brücke und Tunnel ist die Lüdenscheider Straße so schmal, dass es bei Staus in beide Richtungen Probleme geben könnte, eine Rettungsgasse für Einsatzfahrzeuge zu bilden. Das bestätigte gestern Wehrführer Alexander Grass. Deshalb habe die Wehr sich mit dem Thema schon im Vorfeld beschäftigt: Gehe aus der Rahmede ein Feueralarm ein, würden mehr Einsatzkräfte alarmiert als sonst üblich.

Wie genau die Verkehrslage und das Durchkommen sind, sähen zuerst die hauptamtlichen Feuerwehrleute bei ihrer Anfahrt, sagte Grass dem AK. Ihre Aufgabe sei es deshalb, bei Bedarf entsprechende Entscheidungen zu treffen. Bei Situationen wie am Mittwoch sei es durchaus denkbar, bei Einsätzen in der Rahmede auch die Lüdenscheider Feuerwehr um Hilfe zu bitten.

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