Wissen, wo das Öl reinkommt

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Kfz-Meister Martin Feyerabend (l.) erklärte des MSC-Mitgliedern an der offenen Motorhaube, was sie vor dem Start in den Urlaub selbst am Auto prüfen können. ▪

ALTENA ▪ Ein Nissan älteren Baujahrs, wie Heinz Wagener ihn fährt, lässt das Herz von Kfz-Meister Martin Feyerabend höher schlagen: ,,Hier kommt man noch an jedes Teil unter der Motorhaube dran!” Das können nicht mehr viele Autofahrer von ihrem Gefährt behaupten, denn unter den meisten Motorhauben ist nur noch Plastik zu sehen. Entsprechend wenig können Autofahrer selbst tun, wenn sie ihr Auto für eine längere Urlaubsfahrt vorbereiten wollen.

Den Kfz-Meister hatte Heinz Wagener in seiner Funktion als Verkehrsreferent am Donnerstag ins Clubheim des Motorsportclubs Altena eingeladen. Grundsätzlich rät Martin Feyerabend Urlaubern dazu, alle Leuchten vor der Abreise zu prüfen und sich mit einem Satz Glühbirnen einzudecken. ,,Aber wer ein Auto fährt, das für den Wechsel der Birne erst auseinandergebaut werden muss, dem nützt dieser Tipp nichts…”

Was jeder tun kann, ist den Reifendruck an der Tankstelle zu checken. Je nach Zusatzbelastung durch Passagiere und Gepäck sollten 20 Prozent Druck mehr eingeplant werden. Auch die Flüssigkeiten unter der Motorhaube kann der Fahrer im Auge behalten: Kühlwasser, Öl und Scheibenwischwasser darf auch der Laie nachfüllen. ,,Es ist deshalb gut zu wissen, in welche Öffnung was gefüllt werden muss”, erklärte Feyerabend dem Dutzend interessierter Clubheimgäste an der offenen Motorhaube. Im Kofferraum sollte ein Verbandskasten im Rahmen des Mindesthaltbarkeitsdatums liegen. Sinnvoll, aber in Deutschland keine Pflicht, sind Warnwesten für jeden Mitfahrer. Wer im europäischen Ausland reist, muss mit einem Bußgeld rechnen, wenn die fehlen. Für Reisen in bergige Gebiete rät der Meister zu einer Überprüfung der Bremsflüssigkeitsvorräte. Zudem schade es nicht, das Reifenprofil zu prüfen. Hierfür können Fahrer sich am Goldrand einer Euromünze orientieren, der komplett im Profil versinken sollte. Wer ein Auto mit hohem Ölverbrauch fahre, dem sei ein Liter Reserve empfohlen. Vor sehr langen Fahrten lohne ein Blick unter das Auto. Eine Schwachstelle könnte ein lockerer Auspuff sein.

Passiert doch eine Panne, sollte jede Werkstatt in der Lage sein, Erste Hilfe zu leisten. Selbst Hand anzulegen sei bei neuen Autos kaum noch möglich. Die Zeiten, in denen ein defekter Keilriemen mit einer Strumpfhose geflickt werden konnte, sind vorbei. ,,Der Legende nach hat es aber nur beim Käfer funktioniert”, merkten MSC-Mitglieder schmunzelnd an.

Feyerabends Besuch im Clubheim bildete den Auftakt zu einer Reihe von Expertengesprächen, die Wagener im MSC etablieren möchte. Als nächsten Referenten lädt er Horst Bremer ein. Der ehemalige Chef bei Straßen NRW und ADAC-Vorstand für Verkehr und Umwelt wird über Planung, Bau und Unterhaltung von Autobahnen sprechen. Zu weiteren Experten sind bereits Kontakte geknüpft. ▪ Ina Hornemann

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