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Alles muss raus, Teil 2

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Von: Thomas Bender

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Daniela Prinsen und Sabine Schröder im Betzler-Ausweichquartier. © Bender, Thomas

„Alles muss raus“ – unter diesem Motto steht die Sanierung des vom Hochwasser arg getroffenen Juweliergeschäftes von Ulrike Betzler-Hüttemeister. Und das im doppelten Sinne des Wortes: Erst lief ein Sonderverkauf, jetzt beginnt die Sanierung des Ladens, der dafür zunächst einmal entkernt werden muss.

Altena - Sehr zufrieden sei sie mit dem Verlauf des Sonderverkaufs im Dezember, sagt die Geschäftsfrau. „Es kamen viele Kunden von außerhalb“. Sehr angenehm sei gewesen, dass niemand versucht habe, ihre Notlage auszunutzen und die ohnehin schon reduzierten Preise weiter zu drücken.

Mit dem Jahreswechsel begann die nächste Phase, die des Wiederaufbaus. Auch dafür muss zunächst mal alles raus. Die Schränke, der Fußboden, die Ladentheke, sogar die Zimmertüren – alles hat in der Katastrophennacht Wasser gezogen und ist nicht mehr zu gebrauchen. Gerade mal sieben Jahre ist es her, dass der Laden neu gestaltet wurde – man sieht Ulrike Betzler-Hüttemeister an, dass ihr das Herz blutet, wenn jetzt alles Inventar im Container landet. Dass der Schaden versichert ist, ist da nur ein schwacher Trost.

Das Inventar landet im Container

Natürlich treten Überraschungen zutage, damit hatte die Geschäftsinhaberin auch gerechnet. Schimmel hat sich breit gemacht – dass der Putz im Ladenlokal teilweise abgeschlagen und erneuert werden muss, war eingeplant. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass noch immer Feuchtigkeit im Mauerwerk ist – und das, obwohl schon wochenlang die Trockner liefen. „Da müssen wir noch mal dran“, ahnt die Geschäftsinhaberin.
Der Zeitplan ist ambitioniert: Schon in der übernächsten Woche soll damit begonnen werden, die Inneneinrichtung wiederherzustellen. Daran ist die Tischlerei Schmidt aus der Rahmede maßgeblich beteiligt. „Die Zusammenarbeit mit Carsten Schmidt ist sehr angenehm“, lobt Betzler-Hüttemeister.

Der Verkauf geht weiter

Die Kernsanierung bedeutet nicht, dass in dem Betrieb jetzt die Arbeit ruht. Nach wie vor nutzt das Juweliergeschäft ein Ladenlokal auf der anderen Straßenseite, wo sich vor allem Daniela Prinsen und Sabine Schröder um die Kunden kümmern. In den Vitrinen findet man dort vor allem modischen Schmuck und Uhren – wird Edleres gewünscht, wird es herbeigeschafft. Die Werkstatt wurde von der Flut verschont, sodass dort weitergearbeitet werden kann. Änderungen, Reparaturen, Batteriewechsel – all das sei in gewohnter Weise weiter möglich, verspricht Sabine Schröder. Ende Januar soll alles fertig sein. Eine große Einweihung wird dann aber noch nicht gefeiert – das sei irgendwann im Frühjahr wieder möglich, hofft Ulrike Betzler-Hüttemeister.

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