„Sehr schwer umsetzbar“

Altena: Sorge um die Kennzeichnungspflicht aller Inhaltsstoffe von Speiseeis

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Giampaolo Alemanno, Inhaber des Eiscafes Cappucino, blickt sorgenvoll auf die Diskussion rund um die Kennzeichnungspflicht für Speiseeis. Verbraucherschützern fordern die genaue Angabe der Inhaltsstoffe von Speiseeis.

Altena - „Diese Kennzeichnungen sind kaum möglich“, da sind sich die Altenaer Eisverkäufer einig. Sorgenvoll blicken sie auf die Diskussion um die genaue Kennzeichnungspflicht der Inhaltsstoffe von Speiseeis. Bislang gilt diese nur für potenziell Allergie auslösende Stoffe und Zusatzstoffe.

Salvatore Collura und seine Ehefrau Helga schütteln den Kopf. „Wie sollten wir das bitteschön umsetzen?“, fragen die beiden Besitzer des Eiscafes San Remo direkt am Stapel-Center. 

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert eine stärkere Ausweisungspflicht von Speiseeis. Geht es nach den Verbraucherschützern, sollen Verkäufer künftig besser darüber informieren, welche Inhaltsstoffe im Eis enthalten sind. Also auch darüber, wie viel Zucker, Sahne, Milch oder Kalorien in 100 Gramm Eis enthalten sind. 

Kaum realisierbar

Helga und Salvatore Collura, Inhaber der Eisidele San Remo, beantworten den Kunden gerne ihre Fragen zu den Eissorten.

Immer wieder sei die genaue Kennzeichnung der Eisprodukte im Gespräch – doch realisierbar sei sie kaum, finden die Altenaer Eisverkäufer. Schließlich könne man schlecht den ganzen Thekenbereich mit entsprechenden Listen aushängen. 

Des Weiteren stelle jeder der Mitarbeiter das Eis etwas anders her und gebe unterschiedliche Portionen aus. „Wie soll man da genaue Nährwerte pro Kugel angeben“, fragt Helga Collura achselzuckend. „Außerdem kam bisher auch noch kein Kunde, der beispielsweise wissen wollte, wie viel Kalorien genau im Eis seien.“ 

Auch Giampaolo Alemanno, Inhaber des Eiscafes Cappucino am Zögerplatz, ist derselben Meinung wie die Colluras. „Klar, die genaue Kennzeichnung ist irgendwo korrekt und wenn es verlangt wird, versuchen wir auch es umzusetzen“, erklärt er. 

"Enormer Mehraufwand"

Doch wie realisierbar das Ganze sei, bezweifelt der Eis-Experte. „Das bedeutet natürlich einen enormen Mehraufwand.“ Wie auch die Colluras benutze er stets frische Produkte. 

Für Allergiker hängt standardgemäß ein Infozettel neben der Eistheke. „So etwas ist ja auch wichtig.“ Schließlich gebe es viele Menschen, die beispielsweise eine Nuss-Allergie haben. Bei allen weiteren Fragen der Kunden könnten sie gerne auch im Gespräch weiterhelfen. „Unser Fruchteis ist beispielsweise vegan“, sagt Alemanno. 

Auch im Eiscafe Nostalgie liegt eine solche Liste aus. Doch hinter der Theke hängt bisher noch nichts. Mitarbeiterin Anja Schiffmann zeigt sich allerdings sicher: „Die Listen kommen bestimmt noch.“

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