Viele Freiwillige in Altena: Nachbarschaftshilfe und Abschlepp-Aktion

Die Einfahrt zur Tiefgarage: Betroffen waren die Kellerräume in der unteren Etage. Viele Freiwillige halfen.
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Die Einfahrt zur Tiefgarage: Betroffen waren die Kellerräume in der unteren Etage. Viele Freiwillige halfen.

Der Begriff Nachbarschaftshilfe kann weit ausgelegt werden. Denn selbst in der Hansestadt Bremen haben die Altenaer offenbar hilfsbereite Nachbarn.

Altena – Bei den verheerenden Regenfällen und dem anschließenden Hochwasser wurde auch das Fritz-Berg-Haus an der Lenneuferstraße in Mitleidenschaft gezogen. Die Keller der Bewohner im Altenheim standen voll mit schlammigem Wasser. Über 40 Abstellräume waren betroffen. Die darin gelagerten Sachen konnten nur noch entsorgt werden.

Also musste kräftig geschleppt werden. Doch dafür wurden Helfer gebraucht. Es zeigte sich, dass die Bewohner des Fritz-Berg-Hauses nicht nur gute Nachbarn in Bremen haben, sondern natürlich auch in der Burgstadt selbst. So erschienen nach einem Aufruf auf Facebook bis zu 35 Helfer, um sich in den Dienst der guten Sache zu stellen. Darunter eben auch zwei Männer aus Bremen, Vater und Sohn. Sie hatten über einen Fernsehbericht von den Überflutungen in der Burgstadt erfahren. Im Gästezimmer des Fritz-Berg-Hauses bekamen sie eine Übernachtungsgelegenheit.

Früh am Start

Am Sonntag begann die Arbeit der Helfer, am Montag packten sie ab 8 Uhr wieder an: Plastikkisten und Waschkörbe mit durchweichten Kartons, Büchern, Weihnachts- und Osterdekoration, Schränke – alles, was sich in einem langen Leben so ansammelt. Am Dienstag hieß es dann: „Die Keller sind leer.“ Heike Nadler, die als Betreuerin für das DRK im Berg-Haus tätig ist, freut sich über die große Resonanz und den selbstlosen Einsatz der Helfer. Es gab auch Unterstützung durch den Bauhof. „Die Bewohner bedanken sich bei allen, die geholfen haben“, berichtet Heike Nadler.

Großer Einsaz war allerdings auch in der Tiefgarage des Altenheims gefragt. Denn auch die stand unter Wasser, war vollgelaufen. „Der Hochwasserschutz war deshalb dort nicht angebracht, weil der Bauhof selbst mit Überschwemmungen zu kämpfen hatte und die Kollegen nicht mehr an die Spundwände für die Parkhäuser herankamen“, erklärt Ordnungsamtsleiterin Ulrike Anweiler.

Das war ein Einsatz für die Feuerwehr, die das Leerpumpen übernahm. Drei Tage war der Bauhof danach damit beschäftigt, den groben Schlamm mit Schläuchen und Wasser zu entfernen. Allein bis Dienstagmittag konnten die Mitarbeiter den großen Pumpwagen zehn Mal füllen – gut 12 000 Liter gehen rein. Das Schlammwasser wurde dann einige Meter weiter in die Kanalisation gelassen.

Autos abgeschleppt

Als die Flut am Mittwoch mit ihrer ganzen Kraft zugeschlagen hatte, standen in der Tiefgarage noch mehrere Wagen. „Wir haben Autos aus dem Fritz-Berg-Parkhaus geholt und auf den Parkplatz Am Langen Kamp schleppen lassen“, berichtet Anweiler.

Auf dem Parkplatz können die Wagen jetzt abgeholt oder weggeschleppt werden. „Wir sind dabei, die Halter von allen abgeschleppten Pkw zu ermitteln, um sie zu informieren.“ Aufgrund der schwierigen Lage nach dem Hochwasser sollen die Fristen zum Abholen möglichst lang sein. Genaue Angaben gibt es noch nicht. Das gilt sowohl für den Parkplatz am Am Langen Kamp als auch für den an den Stadtwerken.

Auch diese Fläche war komplett überflutet worden. Dort sind mehrere Autos zu sehen, die bis zu den Scheiben im Wasser gestanden hatten. Teilweise sind die Fenster noch feucht und der Innenraum stark verschmutzt.

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