Keine Kripo mehr in Altena

Symbolbild

Altena - Für den Bund Deutscher Kriminalbeamter, BDK, ist es „die erste Auswirkung der prekären Personalsituation bei der Kriminalpolizei und der geringen Polizeidichte im Märkischen Kreis“. Michael Pähler und Michael Kern, Sprecher des BDK, stellen fest: „Kripo muss Standort in Altena aufgeben.“

Doch Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, rückt gerade: „Es ist richtig, dass Altena zurzeit keine eigene Kripo-Dienststelle mehr hat. Das ist aber dem Umstand geschuldet, dass ein Kollege lange Zeit erkrankt ist und diese Funktion nicht von einer Person allein ausgeübt werden kann.“ Von dieser Notentscheidung abzuleiten, die Kripo müsse den Standort Altena endgültig aufgeben, treffe aber nicht zu.

 „Eine solche Entscheidung müsste der Landrat als oberster Dienstherr treffen.“ Aber da laufe nichts, so Boronowski. Michael Kern, stellvertretender Bezirksvorsitzender des BDK im Kreis, sieht das ganz anders. „Vor einigen Jahren gab es in Altena noch vier ausgebildete Kripobeamte, die die Kriminalität in der Stadt bekämpften und ihre örtlichen Straftäter bestens kannten. Heute zeigt sich die düstere Seite einer falschen landespolitischen Mangelverwaltung.“ 

Dass der bisher in Altena tätige Beamte jetzt in Werdohl arbeitet, wird von der Gewerkschaft ebenfalls heftig kritisiert. Kern: „Die Fahrt- und Ermittlungszeiten fehlen dann natürlich für eine qualitative Sachbearbeitung an den entsendeten Standorten.“ Die Gewerkschaft erinnert daran, dass zu den kriminalpolizeilichen Aufgaben vor Ort unter anderem die Tatortarbeit mit Spurensicherung, Vernehmungen, Umfeldermittlungen, Fahndungen und die Kenntnis der örtlichen Straftäter gehöre.

 „Aus Bürgersicht fehlt somit in Altena ein Gesicht in Form eines bekannten, vor Ort ansprechbaren Kriminalbeamten, der in einem engen Kontakt zum Bürger steht“, mahnt Michael Pähler als Gewerkschafts-Chef. Betroffen von der momentanen Umsetzung sind mehr als 24 000 Bürger in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde. Die Kripo sei nur noch in sieben MK-Städten präsent, stellt die Gewerkschaft abschließend fest und fordert, diesem Trend entgegenzuwirken. 

„Es bedarf einer Neuausrichtung in der landesweiten Personalzuweisung, die insbesondere die topografischen Besonderheiten des Märkischen Kreises berücksichtigen muss. Eine Stärkung der Kriminalpolizei und eine kurzfristige Umverteilung des Personals sind deshalb aus unserer Sicht zwingend geboten.“

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