Keine Kreditklemme für Sparkassenkunden

Gutes tun und darüber gerne auch mal reden: Tomislav Majic, Kai Hagen und Holger Wolf (v.l.) präsentierten gestern jenen Scheck, der das Sparkassen-Sponsoring für Sport, Kultur und Bildung symbolisiert.

ALTENA - Das ist nur auf den ersten Blick eine schlechte Zahl: Die Bilanzsumme der Sparkasse sank von 1,82 Milliarden Euro (2008) auf 1,24 Milliarden (2009). Von Thomas Bender

Hintergrund ist ein so genanntes Tendergeschäft, das der Sparkasse unterm Strich einen Gewinn von 15 Millionen Euro eingebracht hat. 2008, als Geldinstitute sich nach dem Lehmann-Desaster zu Niedrigstzinsen mit frischem Kapital versorgen konnten, nahm das Unternehmen 600 Mio. Euro auf, um sie gleich wieder (zu deutlich höheren Zinsen) anzulegen. Mit diesem Geschäft sei keinerlei Risiko verbunden gewesen, erklärte Vorstand Kai Hagen gestern – als der Kredit 2009 zurückgezahlt werden musste, sank einerseits die Bilanzsumme wieder auf Normalmaß, anderseits klingelte ein Zinsgewinn von 15 Millionen Euro in der Kasse.

4,4 Mio. Euro Gewinn macht das Unternehmen, nachdem alle Steuern abgezogen, das Eigenkapital aufgestockt und Sicherheitsrücklagen gebildet worden sind. Dieses Geld wird fast vollständig an die Kommunen ausgeschüttet, Altena darf auf einen hohen sechsstelligen Betrag hoffen. Damit nicht genug: „Wir müssen Gewerbesteuer nachzahlen“, verriet Hagen gestern. Zur Bilanzpressekonferenz präsentierte er darüber hinaus einen symbolischen Scheck über 420 000 Euro – so viel Geld gab die Sparkasse als Sponsor für Kunst, Bildung, Sport und Events in der Region aus.

„Es gibt wirklich kein Haar in der Suppe, noch nicht einmal ein Härchen“, versicherte Hagen gestern. Sicher: „Die Risikenlage bei den Krediten ist eine andere als vor zwei Jahren“ – aber das habe man im Auge und sichere mehr oder weniger unsichere Kredite eher großzügig ab, betonte der Vorstand.

Die Sparkasse profitiert im zweiten Jahr hintereinander von der Geldmarktkrise. „In Scharen“ seien 2008 neue Kunden gekommen, erinnert sich der für Altena zuständige Marktbereichsleiter Holger Wolf. Und: Sie seien geblieben – auch nachdem sich die Wogen wieder glätteten.

Die Kundeneinlagen betrugen 2009 rund 964 Mio. Euro und lagen damit in etwa auf Vorjahresniveau. Nach wie vor stark nachgefragt sind risikolose Sparformen wie kurzfristig verfügbare Anleihen und das traditionelle Spargeschäft. Hier verzeichnete man 2009 einen Zuwachs von 244 Mio. Euro. Das Wertpapiergeschäft leide weiter an der Verunsicherung der Anleger, nehme aber wieder leicht zu. Der Trend gehe auch hier ganz klar weg von den Aktien mit hohem Risikopotenzial.

Ganz wichtig: „Wirtschaftlich sinnvolle Investitionen scheitern nicht an einer Finanzierung. Für die Kunden der Sparkasse im Märkischen Kreis gibt es keine Kreditklemme“. So sagt es Hagen und betont damit die große Rolle, die sein Institut für die Wirtschaft in der Region spielt. Auf 760 Millionen Euro belaufen sich die Verbindlichkeiten der Kunden, 2009 wurden neue Kredite in Höhe von 163 Mio. Euro zugesagt. Das waren fast 30 Prozent mehr als 2008. Wegen der guten Eigenkapitalausstattung und hoher Sicherheitsreserven könne das Unternehmen weitere Kredite „im hohen dreistelligen Millionenbereich“ vergeben, versicherte der Vorstand gestern und betonte die große Erfahrung, die man der Sparkasse mit der Vermittlung so genannter haftungsfreigestellter Kredite habe. Dabei werden auf die Wirtschaftsförderung spezialisierte Kreditgeber wie die NRW-Bank oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau ins Boot geholt, um Risiken besser zu verteilen.

Zuwächse verzeichnet die Sparkasse im Provisionsgeschäft. Das betrifft neben der Vermittlung von Bausparprodukten der LBS vor allem auch die Vermittlung von Versicherungen der Sparkassen-nahen Provinzial. Hier verzeichnet Hagen einen „sehr erfreulichen“ Anstieg von 60 Prozent.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare