Keine Klagen, aber es wird schwieriger

Schützen in ‚Altena, Dahle und Evingsen haben keine Nachwuchsprobleme.

ALTENA - Immer mehr Schützenvereine in Westfalen klagen über Mitgliederschwund – innerhalb eines Jahres verloren sie drei Prozent. Das hat jetzt der Westfälische Schützenbund bei einer Erhebung herausgefunden.

Dererlei Klagen gibt es nicht aus Altena – weder von der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft, noch vom Dahler Schützenverein, noch aus Evingsen. „Es wird zwar immer schwieriger, die Jugend zu begeistern, aber wir bemühen uns“, so der Tenor der Vorstände. Im Jahr 1970 hatte Altena rund 30 000 Einwohner und die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft etwa 1800 Mitglieder. Heute, mehr als 40 Jahre später, gibt es nur noch circa 18 000 Altenaer, davon sind 2200 Männer Mitglied in der Schützengesellschaft. „Wenn man sich das ansieht, stehen wir gut da“, meint Hauptmann Klaus Knipping. Um den Nachwuchs mache er sich keine Sorgen. Besonders vor und während der Schützenfeste träten vermehrt junge Leute ein. „Dies ist sicherlich darin begründet, dass wir die Gesellschaft dem Zeitgeist anpassen und trotzdem die Tradition wahren“, so Knippings Erklärung. Und ein Plus im Gegensatz zu anderen Vereinen: „Wir feiern nur alle drei Jahre unser Schützenfest.“ Während der Schützenfest freien Zeit versuchten sich die Kompanien mit vielen verschiedenen Feiern und Events in Erinnerung zu halten.

420 Mitglieder zählt der Dahler Schützenverein in diesem Jahr – 2000 waren es nur 350. Der Altersdurchschnitt liegt allerdings zwischen 40 und 60 Jahren. Dabei wird in Dahle auch ein Jungschützenkönig gekürt. „Das Ganze wollen wir in diesem Jahr auch noch attraktiver gestalten“, verspricht der 1. Vorsitzende Friedrich-Wilhelm Appelhans, um junge Leute zu begeistern. Eventuell soll es Preise geben. Vielleicht könnte der Schützenkönig, der im zwei Jahres Rhythmus ermittelt wird, selber auch mal jünger sein. „Jeder ab 18 Jahren kann es werden“, so Appelhans. Interessierte könnten sich beim Vorstand bewerben, Königin und Hofstaat müssen sie allerdings mitbringen.

In Evingsen hat der Schützenverein immer so um die 900 Mitglieder, mal 30 mehr, mal weniger. „Die Mitgliedschaft ist hier Tradition, die Jungs werden da rein geboren“, sagt der Vorsitzende Friedhelm Winkel. Da spiele einfach der Faktor „Dorf“ eine große Rolle und die gute Stimmung, die auf den Festen herrsche. Und: „Wir feiern nur alle zwei Jahre.“ ▪ Von Ilka Kremer

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