Vermieter springt ab: Pflegemütter in Not

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Der plötzliche Absprung des Vermieters vom faktischen Mietvertrag brachte die beiden Tagesmütter Yvonne Helle und Janine Dixkens in große Not. Eigentlich wollten sie dort am 1. Oktober eine Großtagespflege eröffnen.

Altena - „Wir sind mit den Nerven wirklich am Ende“, sagen Yvonne Helle und Janine Dixkens. Die beiden Tagesmütter wollten am 1. Oktober eine Großtagespflege eröffnen. Im Mühlendorf hatten sie bereits eine Wohnung gefunden, ein faktischer Mietvertrag habe bereits bestanden. Doch dann die plötzliche Wende: Der Vermieter wollte sie nicht mehr in seiner Wohnung haben.

„Er hat gesagt, er will keine Flüchtlingskinder in seinem Haus haben“, sagt Janine Dixkens. Außerdem lasse das Engagement der beiden Tagesmütter „zu Wünschen übrig“, berichtet sie weiter. Was genau er damit meinte, sei ihr nicht klar. Immerhin hätten sie die Eröffnung der Großtagespflegeeinrichtung intensiv vorbereitet.

Erst kürzlich hatten Helle und Dixkens gemeinsam den Qualifizierungskurs zur Tagesmutter erfolgreich abgeschlossen. Zusammen wollten sie anschließend eine Betreuungsstätte für Kinder von null bis drei Jahre eröffnen.

Für ihr Vorhaben hatten sie bereits eine Wohnung gefunden. Im Mühlendorf sagte ein Vermieter zu. Da die beiden die Wohnung bereits renoviert hatten, bestand nach ihrer Rechtsauffassung bereits ein faktischer Mietvertrag.

Auch sonst bereiteten sie sich intensiv auf ihre neue Aufgabe vor. „Wir haben beispielsweise Hausbesuche gemacht“, berichten Helle und Dixkens. Das Interesse an Betreuungsplätzen in Altena sei sehr groß.

Während die Frauen mitten in den letzten Vorbereitungen steckten, sei der Vermieter an sie herangetreten. Er habe gesagt, dass er beispielsweise nicht die Kinder von Flüchtlingen in seiner Wohnung haben wolle. Zwei Tage später, am 24. August, warf er sie aus der Wohnung. Inzwischen haben Helle und Dixkens einen Anwalt eingeschaltet. Verzweifelt suchen sie nun nach einem neuen Standort für die Großtagespflege. „Wir waren bereits bei mehreren Haus- und Wohnungsbesichtigungen“.

Bereits Anfang des kommenden Monats wollten sie eröffnen. Bei ihrer Suche ständen sie in engem Kontakt mit der Stadtverwaltung, dem Jugendamt und dem Awo-Kindertagespflegebüro. Denn Altena benötigt eine feste Anzahl an Betreuungsplätzen für Kinder ab zwölf Monaten, erklärt Dixkens. Und betont weiter: „Wenn die nicht gegeben ist, dann wird es wahrscheinlich Klagen geben.“

Ein neuer Standort müsse einigen Kriterien entsprechen, damit er zur Kinderbetreuung genutzt werden könne, erläutert Helle. Die Wohnung müsse mindestens zwei Räume und eine Küche beinhalten. „Außerdem muss sie unbedingt ebenerdig sein, da wir zwei Fluchtausgänge benötigen“, erklärt Yvonne Heller. Dabei sei „alles ab 70 Quadratmetern Größe realistisch“.

Die neue Wohnung solle des Weiteren möglichst günstig sein. Denn der Verdienst einer Tagesmutter sei „nicht sehr hoch“, erklären sie. Gemeinsam appellieren sie: „Wenn jemand so eine Wohnung vermietet oder weiß, wo solch eine Wohnung zu finden ist, dann kann er sich bei uns melden.“ Seit der plötzlichen Absage des Vermieters sei man „durch die Hölle gegangen“, betont Dixkens. Nun liegt die Hoffnung der beiden Frauen auch darauf, dass sich jemand auf ihren Aufruf hin meldet.

Angebote nimmt Janine Dixkens unter Tel. 01575/7285559 entgegen.

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