Kein TV-Empfang am Breitenhagen

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Kein Bild, kein Ton am Breitenhagen – nicht nur bei Lothar Markus gibt der Fernseher seit einer Woche lediglich eine Störungsmeldung von sich. ▪

ALTENA - Formel Eins? Fußballländerspiel? Darauf musste Sportfan Lothar Markus verzichten – fast eine Woche lang hatte er keinen Fernsehempfang. Kein Einzelfall: Seit vergangenem Freitag blieben in vielen Breitenhagener Haushalten die Bildschirme dunkel.

Markus hat die Abbrucharbeiten an der Wilhelmsstraße im Verdacht – „aber das kann eigentlich nicht sein“. meint Rolf Beitz, der Vorstand der Baugesellschaft. Schon am vergangenen Freitag erfuhr das Unternehmen davon, dass bei vielen Mietern am Breitenhagen die Bildschirme dunkel blieben. „Wir haben dann natürlich umgehend Unitymedia informiert“, berichtet Beitz – der Kabelnetzbetreiber versorgt die Baugesellschafts-Häuser mit Rundfunk- und Fernsehprogrammen und ist damit auch für die Störungssuche und -beseitigung zuständig.

„Kein Bild, kein Ton – wir kommen schon“ - dieses alte Innungsmotto gilt offenbar nicht für das in Köln ansässige Unternehmen. „Der Service ist sehr schlecht“, weiß Beitz nicht erst seit diesem Vorfall. Immer wieder gebe es Probleme mit dem Netzbetreiber, klagt er – „dabei kriegen die viel Geld von uns“. Die Vertragsverhältnisse sind dabei etwas kompliziert: Die Baugesellschaft versorgt die Wohnungen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern. Mieter, die Privatfernsehen empfangen, regeln diese Zusatzleistung über einen eigenen Vertrag mit Unitymedia.

Immer wieder habe die Baugesellschaft in den vergangenen Tagen auf eine Behebung des Schadens gedrungen, schildert Beitz. Stand von gestern: Seine Mitarbeiter setzten erneut eine Frist. Sei der Schaden nicht bis 15 Uhr behoben, werde ein externes Unternehmen mit der Fehlerbeseitigung beauftragt. „Ersatzvornahme“ nennt sich das im Juristen-Deutsch.

„Es gibt so viele alte Menschen hier. Die haben doch fast nichts anderes mehr“, sagt Lothar Markus. Auch Beitz ist klar, dass seine Mieter sauer sind – „aber wir können wirklich nichts dafür“. Nicht ausschließen kann er, dass die schleppene Bearbeitung auch damit zu tun hat, dass die Baugesellschaft den Wechsel zu einem Anbieter vorbereitet und den Vertrag mit Unitymedia gekündigt hat. Ab 2013 wird‘s für die Mieter preiswerter und hoffentlich auch besser, was den Service angeht.

von Thomas Bender

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