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Kein Rundum-Sorglos-Paket: Evingser Schützen müssen Jubiläumsfest ohne Zeltwirt feiern

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Von: Markus Wilczek

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Auf ein gelungenes Festwochenende: Die Evingser feiern vom 22. bis 24. Juli ihr 150-jähriges Bestehen.
Auf ein gelungenes Festwochenende: Die Evingser feiern vom 22. bis 24. Juli ihr 150-jähriges Bestehen. © Ina Hornemann

Die Corona-Pandemie hat vor allem die Event- und Gastronomiebranche hart getroffen. Viele Servicekräfte sind in den vergangenen zwei Jahren abgewandert und haben sich eine neue Beschäftigung gesucht. Deshalb fehlt Personal aktuell an allen Ecken und Enden.

Altena - Diesen massiven Mangel bekommen jetzt auch die Evingser Schützen zu spüren. Denn für ihre Jubiläumsfeier zum 150-jährigen Bestehen vom 22. bis 24. Juli ist es den Verantwortlichen nicht gelungen, einen Festwirt zu engagieren.

„Wir bekommen in diesem Jahr leider nicht das gewohnte Rundum-Sorglos-Paket“, sagt Schriftführer Thomas Becker. So war der Festwirt aus Vechta, mit dem die Evingser Schützen seit vielen Jahren gut zusammenarbeiten, nicht in der Lage, Servicekräfte für die Bierwagen, Theken und das Catering zu stellen. „Das Unternehmen war sonst zum Schützenfest immer mit 30 bis 40 Leuten bei uns. Das war in diesem Jahr nicht möglich“, erzählt Becker.

Schützen müssen alles selbst organisieren

Denn die Evingser Schützen seien als Verein für den Zeltverleiher und Festwirt in diesem Jahr schlicht zu klein. „Nach zwei wirtschaftlich harten Corona-Jahren konzentriert sich das Unternehmen in diesem Jahr auf richtig große Events“, erläutert Becker. Also waren die Verantwortlichen gezwungen umzuplanen und alles selbst zu organisieren. „Denn auch bei anderen Unternehmen hatten wir mit unseren Anfragen keinen Erfolg“, so Becker. Das sei ein deutlicher Mehraufwand gewesen. „Aber jetzt steht alles. Wir können ein tolles Jubiläumsfest feiern“, sagt Becker erleichtert.

Das Zelt – ohne Personal – stellt jetzt ein Verleiher aus dem Münsterland. „Wir müssen deshalb natürlich eine Leihgebühr zahlen, weil das Unternehmen ja nicht wie sonst üblich an dem Thekenverkauf verdient“, sagt Becker. Um das finanzielle Risiko für den Verein zu minimieren, haben die Verantwortlichen entschieden, ein nur rund 500 Quadratmeter großes Zelt für den oberen Schützenplatz zu ordern. „Sonst waren unsere Festzelte mindestens doppelt so groß“, erinnert sich Becker, der deshalb vor allem einen Wunsch hat: „Wenn wir im nächsten Jahr endlich wieder ein richtiges Schützenfest feiern, dann bitte wieder mit einem Zeltwirt und dem Komplettpaket. Denn jetzt haben wir erst einmal gesehen, was plötzlich alles zu beachten ist. Häufig sind das Kleinigkeiten, die für einen Zeltverleiher und -wirt Routine sind – aber eben nicht für uns.“

Gespräche für 2023 laufen

Mit Blick auf 2023 ist Becker aber optimistisch, Gespräche mit möglichen Partnern liefen bereits. „Da geht es um eine langfristige Zusammenarbeit“, so Becker. Im nächsten Jahr möchte der Verein das Jubiläumsschützenfest unter dem Motto „150 Jahre plus 1“ groß nachholen. „Deshalb wollen wir auch vier Tage feiern“, so Becker. Mit dem 20. bis 23. Juli steht auch bereits der Termin.

Doch jetzt gilt das komplette Augenmerk zunächst dem Jubiläumsfest. „Die Vorfreude ist riesig. Denn für ein Dorf ist ein solches Festwochenende ja immer auch ein gesellschaftliches Ereignis“, hofft Becker unter den Gästen nicht nur auf viele Schützen, sondern auch auf andere Dorfbewohner. „Wir wollen alle ansprechen und gemeinsam mit dem ganzen Dorf feiern.“

Neue Wege auch beim Catering

Über Beziehungen ist es dem Verein gelungen, die Theken und Bierwagen mit einem Team aus Hohenlimburg zu besetzen. „Hier hatten uns zwar auch befreundete Vereine Hilfe angeboten. Doch das wollten wir nicht, viel lieber möchten wir mit diesen Vereinen unser Jubiläum gemeinsam feiern“, sagt Becker. Auch das Catering steht. „Es gibt Klassiker wie Pommes, Steak und Bratwurst, aber auch türkische und griechische Spezialitäten. Also gehen wir auch hier in diesem Jahr mal neue Wege“, so der Schriftführer.

Das Programm: Partyband Amigos spielt am Samstagabend

Die Jubiläumsfeier beginnt am Freitag, 22. Juli, ab 20 Uhr mit der Jahreshauptversammlung der Evingser Schützen, die musikalisch vom Spielmannszug des Vereins begleitet wird. Ab Samstagnachmittag soll dann ausgiebig gefeiert werden. Los geht es ab 15 Uhr mit einem Platzkonzert/Picknick. Dabei sind neben dem befreundeten Musikverein Harkebrügge, der extra aus dem Oldenburger Münsterland anreist, die Spielmannszüge vom TV Sundern und von TuRa Eggenscheid sowie die 58th scottish volunteers aus Iserlohn und die Iserlohner Stadtmusikanten. Für die jüngeren Besucher wird es unter anderem eine große Hüpfburg und eine Kletterwand geben. Am Abend spielt ab 20 Uhr die Partyband Amigos des Musikvereins Amicitia Garbeck. Am Sonntag geht es ab 11 Uhr mit einem musikalischen Frühschoppen, gestaltet erneut von den Harkebrüggern und dem Blasorchester des Versetaler Schützenvereins, weiter, bevor das Evingser Femegericht tagt, um in bekannt humorvoller Weise die Verfehlungen der Evingser schonungslos aufzudecken, zu verhandeln und auch zu verurteilen. Der Eintritt ist an allen Tagen frei.

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