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Kein Offline-Vorverkauf: Viel Aufwand für Wintermezzo-Tickets

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Von: Thomas Bender

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Beim Wintermezzo auf Burg Altena gibt Geschichtensammlerin Wilhelmina Tausendwort allerlei Geheimnisse und Erzählungen preis, darunter Famoses und Kurioses, Tiefsinniges, Hintersinniges und Übersinnliches.
Beim Wintermezzo auf Burg Altena gibt Geschichtensammlerin Wilhelmina Tausendwort allerlei Geheimnisse und Erzählungen preis, darunter Famoses und Kurioses, Tiefsinniges, Hintersinniges und Übersinnliches. © abraxo

Ohne Internetzugang keine Kultur: Karten für das „Wintermezzo“ auf der Burg gibt es nur online.

Altena – Wer hin will, muss seine Tickets auf der Seite www.maerkisches-sauerland.com kaufen. Das Buchungsportal suchen, Daten (inklusive Telefonnummer) eingeben, Onlinezahlung per Kreditkarte oder Einzugsermächtigung – viel Aufwand für ein Ticket, das gerade mal drei Euro kostet.

Der Fachdienst Kultur und Tourismus des Märkischen Kreises weist darauf hin, dass das nichts Neues ist: Er nutzt das Online-Buchungssystem seit 2021. „In der Zeit, als in Folge umfangreicher Corona-Regelungen bestimmte Besucherzahlenbegrenzungen verpflichtend einzuhalten waren (unter anderem für die Museen, Veranstaltung „Wire on Fire“ 2021 und 2022, Wintermezzo 2021, Puppentheatertage 2021 und 2022, Escape-Room Burg Altena 2021 und 2022, Konzerte Märkisches Jugendsinfonieorchester….) hat sich das System für die Regulierung von Besucherströmen mehr als bewährt“, heißt es in der Antwort auf eine Anfrage unserer Zeitung.

Die Online-Buchung von Veranstaltungstickets sei zeitgemäß, ressourcenschonend und biete den Besuchern die Möglichkeit, unabhängig von Öffnungszeiten und lokaler Nähe die benötigten Tickets zu bestellen.

Ob die damit einverstanden sind, sei überprüft worden: „Bei der routinemäßigen Abfrage des Anbieters über die Zufriedenheit der Besucher mit dem Kartenbuchungsvorgang sind bislang keine negativen Aspekte genannt worden“. Wer mit der Technik nicht klar komme, dürfe sich gerne an die Mitarbeiterinnen des Fachdienstes Kultur und Tourismus wenden, die bereits in der Vergangenheit bei Nachfragen geholfen hätten.

„Das Wintermezzo auf Burg Altena in diesem Jahr ist eine Veranstaltung mit begrenzter Besucherkapazität und kein offener Weihnachtsmarkt“, stellt der Kreis klar. Sowohl die Programmgestaltung, die Dauer der Veranstaltung als auch die genutzte Spielfläche (nur der obere Burghof und ein Raum der Weltjugendherberge) unterschieden sich wesentlich zu dem bis 2019 durchgeführten „Winter-Spektaktulum“. Insofern sei auch die mögliche Zahl der Besucher pro Tag geringer einzuplanen.

Der Online-Vorverkauf läuft nach Angaben des Kreises gut und hat in dieser Woche noch an Fahrt gewonnen – das liege auch an den Wetterprognosen. Ob noch Tickets zur Verfügung stehen, stehe erst bei Veranstaltungsbeginn fest. Offene Ticketkontingente – sofern vorhanden – würden ab Veranstaltungsbeginn an spontane Besucher (sowohl im Erlebnisaufzug als auch beim Einlass auf Burg Altena) verkauft. Darauf vertrauen, dass man dort noch eine Karte bekomme, solle man aber lieber nicht.

Unbeantwortet lässt der Kreis die Frage nach der Teilhabe: Statistiker geben an, dass etwa fünf Prozent aller Deutschen keinen Internetzugang haben – und wer einen hat, ist mit der Onlinebuchung von Eintrittskarten womöglich auch überfordert.

Das Wintermezzo versetzt die Besucher vom 25. bis zum 27. November um 150 Jahre zurück. Beim Wintermezzo sorgen Professor Abraxo, die Geschichtenhändlerin Wilhelmina Tausendwort, die Musiker von Aerbe und einige Überraschungsgäste für Kurzweil und der Geruch von Maronen und heißen Winter-Getränken lässt die Vorfreude auf Weihnachten langsam wachsen.

Gleichzeitig ist Wintermeile

Parallel zum Wintermezzo beginnt in der Innenstadt die Wintermeile des Altenaer Stadtmarketings: An allen Adventswochenenden zeigen und verkaufen Hobbykünstler und -handwerker freitags und samstags in leerstehenden Ladenlokalen in der Innenstadt ihre Erzeugnisse. Die Wintermeile wurde 2020 zum ersten Mal als Ersatz für die coronabedingte Absage des Weihnachtsmarkts durchgeführt und kam so gut an, dass sie beibehalten wird, obwohl es dieses Jahr wieder einen Weihnachtsmarkt geben wird (2. bis 4. Dezember).

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