KVWL könnte Stelle streichen

Kein Kinderarzt für Altena in Sicht

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Seit 2001 hatte der Kinderarzt Markus Bock in seiner Praxis in Altena praktiziert

Altena - Seit März gibt es in Altena keine Kinderarztpraxis mehr. Nach wie vor scheint kein Nachfolger für Markus Bock in Sicht. Gerade das könnte für die Versorgung der Stadt weitreichende Konsequenzen haben.

Nach der Schließung der Praxis wurde die Stelle für einen Nachfolger für zunächst sechs Monate ausgeschrieben. „Ein Arzt hat in der Regel ein großes Interesse daran, dass seine Praxis weitergeführt wird“, erläutert Jens Flintrop, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). „So kann er etwa die Praxisausstattung oder sein Team übergeben.“ Ist auch nach einem halben Jahr niemand gefunden, der die Praxis übernimmt, dann kann der bisherige Arzt die Stelle für weitere sechs Monate ausschreiben.

Niemanden gefunden

Im Fall von Markus Bock ist das geschehen – ein möglicher Nachfolger kann sich bis zum 31. März bewerben, wie die KVWL auf Anfrage des heimischen Landtagsabgeordneten Michael Scheffler (SPD) bekanntgab. „Entscheidet sich ein Arzt dazu, sich niederzulassen, dann muss er zunächst durch ein Zulassungsverfahren“, erklärt Flintrop. Kritisch wird es, wenn auch die zweite Frist abgelaufen ist, denn dann verliert Altena die Stelle für einen Kinderarzt zunächst. Rechnerisch ist der Märkische Kreis nämlich überversorgt.

Weniger als 4 000 Kinder

Das bedeutet: Jeder Kinderarzt im Kreis kümmert sich im Durchschnitt um weniger als die im Bedarfsplan geforderten 4000 Kinder. Ein Mediziner könne sich dann zwar weiterhin um die Stelle bewerben, sagt Flintrop. „Er muss aber mit einem Sonderbedarf argumentieren.“ Der sei etwa gegeben, wenn der Weg zum nächsten Kinderarzt sehr weit ist. Das Verfahren sei dann aber deutlich komplizierter als bei einer Bewerbung bis Ende März.

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