Kein Käufer für Hof Bredde: Sparkasse bleibt auf Kosten sitzen

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Der Hof Bredde ist noch immer nicht verkauft worden.

Altena – Das war’s mit dem Hof Bredde und der Justiz: Drei Zwangsversteigerungen brachten keinen Käufer. Nun sitzt die Sparkasse auf laufenden Kosten.

Nachdem im September 2019 auch der dritte Zwangsversteigerungstermin ohne Gebot über die Bühne ging, ist das Zwangsversteigerungsverfahren eingestellt. Das wirft die Frage auf, wie es jetzt weitergeht mit dem Anwesen mitten im Gewerbegebiet Rosmart. 

Das zu klären, ist jetzt in erster Linie Sache der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis. Sie ist „Grundpfandrechtsgläubigerin“ und damit im Grundbuch eingetragen. Das Geldinstitut sei „unverändert engagiert auf der Suche nach einem Erwerber“, teilt Sparkassenvorstand Kai Hagen mit und weist auf eine Besonderheit hin.

Eingeschränkte Nutzung

Nicht die hauseigenen Makler sind Ansprechpartner für potenzielle Interessen, sondern die Rechtsabteilung. Mit der können Besichtigungen vereinbart werden, die „unter Beachtung der aktuellen pandemiebedingten Beschränkungen möglich“ sind, wie Hagen sagt. 

Das Geldinstitut rät allen Interessenten darüber hinaus, sich im Vorfeld mit dem Bauamt der Stadt Altena in Verbindung zu setzen, um abzuklären, was auf dem Hof Bredde geht und was nicht. Die Nutzungsmöglichkeiten beschreibt Hagen als „doch recht eingeschränkt. So scheidet beispielsweise ein Demenzheim aus, da dort kein Wohnheim jedwelcher Art entstehen darf“. 

Keiner kümmert sich um Kosten

Der Leerstand der Immobilie verursacht Kosten: Versicherungen müssen gezahlt werden, ebenso wie jemand, der von Zeit zu Zeit nach dem Rechten schaut. Im Winter muss wenigstens so viel geheizt werden, dass nichts kaputt friert. 

Hagen: „Leider findet sich außer der Sparkasse in solchen Fällen niemand, der die Kosten trägt.“ Der Hof Bredde bietet eine Grundfläche von über 1600 Quadratmetern, das Grundstück ist mit 37 000 Quadratmetern groß. 

Das Anwesen stammt aus der Mitte der 1960er Jahre, Bauherr war der in der Bauwirtschaft und mit Autohäusern zu Geld gekommene Unternehmer Breddermann. Etwa 40 Jahre später kaufte die Märkische Gewerbepark Rosmart GmbH den Erben des inzwischen verstorbenen Mannes die Villa samt 33 Hektar Land ab, um den Gewerbepark Rosmart realisieren zu können. 

Früher Sitz einer Werbeagentur

Eine Zeit lang war nicht ganz klar, was aus der Immobilie werden würde. Es war sogar von Abriss die Rede. 

Dann kam Lutz Bernsau: Der in Altena aufgewachsene Künstler, Grafiker und Inhaber einer Werbeagentur kaufte die Immobilie zu einem nicht genannten Preis, den Kredit dafür gab die Sparkasse. Im Jahr 2013 musste Bernsau mit der in dem Anwesen untergebrachten Werbeagentur Insolvenz anmelden

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