„Kein Bock“ zählt nicht als Entschuldigung

ALTENA ▪ Die Schüler an Altenas weiterführenden Schulen – und ihre Eltern auch – scheinen sich recht gut ans Schulgesetz und die darin festgeschriebene Schulpflicht zu halten. Diesen Schluss erlaubt eine kleine Umfrage unter den Schulleitern, die unisono berichten, dass nur sehr wenige Kinder und Jugendliche der Schule systematisch fernbleiben.

Während im Regierungsbezirk Arnsberg die Zahl der Bußgelder wegen Schulschwänzens deutlich gestiegen ist, scheinen die Verhältnisse an beiden Ufern der Lenne noch in Ordnung zu sein. Gab es im gesamten vergangenen Jahr im Regierungsbezirk Arnsberg 1200 Bußgeldverfahren gegen Eltern, so sind es allein im ersten Halbjahr 2010 schon mehr als 1150. Diese Zahlen hat ein Sprecher der Bezirksregierung genannt.

Heribert Hertel, Leiter der Richard-Schirrmann-Realschule, begrüßt das Instrumentarium. Er sehe die Regelungen „mit Genugtuung“, so Hertel. Vor fünf oder zehn Jahren habe es auch solche Bestimmungen gegeben, „aber nicht so restriktiv wie heute.“ Bei Fehlzeiten direkt vor oder nach den Ferien oder um so genannte Brückentage herum reicht keine einfache Entschuldigung der Eltern mehr – dann muss eine ärztliche Bescheinigung her. Wird diese nicht beigebracht, sind die Schulleiter gehalten, die Angelegenheit an die Schulaufsicht weiterzuleiten. Dort wird geprüft, ob ein Bußgeldverfahren eingeleitet wird. Laut Hertel hat es an der Realschule in den vergangenen Jahren drei oder vier solcher Fälle gegeben.

Auch an der Hauptschule Rahmede hat man mit Schulverweigerern kaum Schwierigkeiten. Ulrike Busse, stellvertretende Schulleiterin, beziffert ihre Zahl auf etwa drei im Jahr. Das Schulkonzept am Nüggelnstück versuche frühzeitig gegenzusteuern, so Busse. „Das zahlt sich auch aus.“ Einen durchaus positiven Einfluss hätten in diesem Zusammenhang die sinkenden Schülerzahlen. Durch den besseren Kontakt zu den Schülern falle es auch den Lehrern leichter, im Zweifelsfalle Einfluss zu nehmen, so Busse. ▪ Thomas Keim

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