Hier wird nichts verkauft: Stellwerk eröffnet besonderen Laden in der Innenstadt

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Das Team vom Kaufrausch:  (v.l.) Danny Becker, Dorothee Isenbeck, Gisela Gontermann, Esther Szasranski und Lisa Engsfeld im Ladenlokal Lennestraße 16.

Altena – Ein neuer Laden, in dem nichts verkauft wird: Den eröffnet das Stellwerk an der Lennestraße. Er hat ein besonderes Konzept.

Dorothee Isenbeck vom Stellwerk bringt es auf den Punkt: „Tauschen ist nachhaltiges Shoppen.“ Mit diesem einfachen Satz erklärt sie den Sinn einer neuen Stellwerk-Initiative, die mit einem kleinen Ladenlokal am 3. Oktober an der Lennestraße 16 an den Start geht.

„Wir möchten die Stadt neu beleben und betreten dafür Neuland. Aber wir sind voller Hoffnung, dass unsere Idee, die wir in Hamburg kennen gelernt haben, auch hier am Ort greift“, sagt sie. Danny Becker erklärt das Konzept: „Bei uns im Kaufrausch, so heißt das neue Angebot, wird nichts verkauft. Der Besucher bringt gebrauchte Waren mit in den Laden und darf dafür andere aus den Auslagen mit nach Hause nehmen. 

Keine Elektro-Artikel

Einzige Ausnahme: Alles, was einen Stecker hat, dürfen wir weder annehmen noch tauschen.“ Getauscht werden können, ergänzt Dorothee Isenbeck, „etwa Dekoartikel, Haushaltsgegenstände, Schmuck, Spielzeug oder Werkzeug.“ Maximal sechs Artikel darf ein Interessent mitbringen, maximal einen dafür aus dem Kaufrausch-Sortiment mitnehmen. 

Geöffnet ist das neue Stellwerk-Lädchen, dessen „geringe Miete sich aus Spenden finanziert“, wie Esther Szasranski erläutert, erst einmal nur donnerstags. Dann sind Kunden von 10 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 18 Uhr willkommen. Einmal im Monat, so ergänzt Helferin Gisela Gontermann, „gibt es freitags noch eine weitere Öffnungszeit, und zwar von 14.30 bis gegen 19 Uhr. 

Junge Leute gewinnen

Lisa Engsfeld ist wichtig, auf den Gedanken der Nachhaltigkeit einzugehen: „Vielleicht schwimmen wir mit unserer Idee ein wenig auf Gretas Idee. Aber wir glauben, das spricht besonders junge Leute an.“ Auf die setzt auch Dorothee Isenbeck: „Wir müssen uns vom Stellwerkteam dringend verjüngen. 

Vielleicht ist diese neue Initiative auch so etwas wie eine Eintrittskarte, dass sich jüngere Menschen für unsere Arbeit interessieren und mitmachen wollen.“ Nach und nach werden jetzt die Regale im neuen Kaufrausch eingeräumt. „Da ist aber kein Ramsch zu finden oder Dinge, die es nicht bis auf den Sperrmüll geschafft haben“, unterstreicht Lisa Engsfeld. 

"Keine Entsorgungsstelle"

Deshalb sei es durchaus möglich, dass das ehrenamtliche Personal auch einmal sagt, „Nein, danke, diese Dinge möchten wir nicht. Kaufrausch ist auf keinen Fall eine Entsorgungsstelle für Dinge, die man loswerden möchte.“ Dorothee Isenbeck betont, dass die Gesellschaft noch intensiver lernen müsse, umzudenken, eben nachhaltiger mit vielen Dingen umzugehen. 

„Wir sind uns bewusst, das jeder Mensch Dingen eine andere Wertigkeit beimisst. Das kann schon schwierig werden im Anbieten und Mitnehmen. Aber, das wird sich sicher einspielen.“ Auch Veranstaltungen plant das Stellwerk-Team. So gibt es im Oktober an einem Freitag einen Pflanzentauschtag. „Das wird sicher ankommen“, meint Danny Becker. „Wir wagen auf jeden Fall den Versuch und appellieren an alle Altenaer mitzumachen. Besonders gern würden wir an diesem Tag Stauden tauschen wollen."

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