Katzen-Chip soll Pflicht werden

Eine Tätowierung oder ein Chip sorgen dafür, dass eine Katze einem Besitzer zugeordnet werden kann.

ALTENA ▪ Das Tierheim Iserlohn platzt aus allen Nähten. Weil dort auch Altenaer Fundtiere untergebracht werden, stellt die Stadt nach einigem Hin und Her im kommenden Jahr 6000 Euro für dringend erforderliche Baumaßnahmen zur Verfügung. Das wurde im Zug der Haushaltsplanberatungen beschlossen.

Einen Schritt weiter geht eine Initiative der SPD-Fraktion: Sie fordert eine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen, außerdem sollen deren Besitzer Sorge dafür tragen, dass diese Tiere durch Tätowierungen oder Chips gekennzeichnet werden. Der Rat reichte dieses Anliegen in seiner Sitzung am Montag sozusagen durch: Grundsätzlich begrüßte er das Anliegen, jetzt soll die Verwaltung eine entsprechende Satzung erarbeiten. Ist die fertig, kommt das Thema zur Abstimmung.

Auslöser für die SPD-Initiative war die Situation am Drescheider Berg, wo die Zahl offensichtlich herrenlos Katzen in den letzten Monaten deutlich zugenommen hat. Mögliche Folgen zeigt die SPD in der Begründung zu ihrem Antrag auf: Eine zu hohe Katzenpopulation kann die Gesundheit anderer Haustiere und auch von Menschen beeinträchtigen, weil sich niemand um die tierärztliche Versorgung kranker Tier kümmert. Es kommt zur Bestandsdezimierung anderer Tiere, insbesondere von Vögeln. Auch von einer möglichen Gefährdung des Straßenverkehrs ist die Rede.

Unter Tierschützern gilt die Kastration von Katzen als probates Mittel dieses Problems. Sie soll erfolgen, bevor die Tier geschlechtsreif werden, möglichst bis zum dritten Lebensmonat. Ergänzt werden soll diese Maßnahme durch eine Registrierung. Entweder wird den Tieren ein Chip eingesetzt oder es wird eine Kennzeichen ins Ohr tätowiert – Datenbanken wie „tasso“ gewährleisten, dass die Besitzer derart gekennzeichneter Tier jederzeit ausfindig gemacht werden können.

Der SPD sei bewusst, dass Kastration und Kennzeichnung allein das Problem nicht lösen können, schreibt die Fraktionsvorsitzende Irmgard Ibrom in ihrem Antrag, Bekannt sei auch, dass das Ordnungsamt keine Kapazitäten für flächendeckende Kontrollen habe, Deshalb regt Ibrom an, zusätzlich durch kontinuierliche Aufklärungs- und Informationsarbeit für mehr Problembewusstsein bei den Tierhaltern zu sorgen.

Nicht gelten soll die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Tiere ohne Freigang. ▪ ben.-

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