Mit Schwert, Rad und Buch

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Ursula Rinke referierte im Rahmen einer kurzen Andacht über das Leben der heiligen Katharina von Alexandrien.

Altena - Auch wenn der Ort mit der Lutherkirche für die katholischen Christen ein eher ungewöhnlicher war: die heilige Katharina von Alexandrien hat auch in der ehemaligen Stadtkirche ihre Spuren hinterlassen. Am Samstag feierten die Mitglieder der Kolpingsfamilie Altena und der Gemeinde St. Matthäus dort und im Lutherhaus erstmalig einen Katharinentag, um an die Stadtpatronin zu erinnern.

Zunächst leitete der Präses der Kolpingsfamilie und Diakon Heinz-Georg Voß eine kurze Andachtsfeier und erinnerte daran, dass das Rad, mit dem die Stadtpatronin üblicherweise dargestellt werde, im Grunde ein „fieses Werkzeug“ und eben kein Schiffssteuerrad gewesen sei. Stattdessen wurde die in ihrem Glauben standhafte Frau damit gefoltert und später mit dem Schwert enthauptet. „Katharina von Alexandrien hat geschwisterlich, aber konsequent ihren Glauben in einer Zeit vertreten, in der Christen verfolgt wurden, auch wenn Sie hierfür ungewöhnliche Wege gehen musste“, so Voß. In diesem Sinne sei Katharina eine „großartige Heilige, die an vielen Stellen in der Welt verehrt wird“.

Über die genauen Hintergründe sprach Ursula Rinke in ihrem Vortrag. Demnach wurde die alte Stadtkirche zwischen 1310 und 1318 erbaut und der heiligen Katharina geweiht. Während das Gotteshaus im Barokstil gehalten sei, stamme der Kanzelaltar aus evangelischer Zeit und zeige ein typisches Bildprogramm. Das Bildnis der heiligen Katharina von Alexandrien ist aber auch heute noch an vielen Stellen präsent. So ist ihr Abbild nicht nur in der Deckenstruktur der Kirche zu finden, sondern auch im Siegel der evangelischen Kirchengemeinde und im Stadtwappen Altenas enthalten. Zudem prägt ihre Darstellung viele weitere Orte des Stadtbildes.

Wo genau erläuterte mit Stefan Kemper der Vorsitzende der Kolpingsfamilie im Anschluss an die Andachtsfeier im Lutherhaus. Immer wieder rief er die Gäste dazu auf, den genauen Ort eines Bildnisses zu benennen. Zwischen den gezeigten Fotos griffen Pfarrer Ulrich Schmalenbach, Pfarrerin Gudrun Vogel, die Gemeinderatsvorsitzende Christiane Frebel und Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein einzelne Bilder auf und führten die Erzählung der Heiligen fort. „Auch wenn sich nicht zweilfelsfrei festellen lässt, ob Katharina von Alexandrien überhaupt gelebt hat, haben Schwert und Rad eine konkrete Bedeutung für die Stadt Altena“, so Hollstein. Während sich die Leidensfähigkeit in der Darstellung des Richtrades zeige, stehe das erhobene Schwert für die Wehrhaftigkeit einer Stadt. Darüber hinaus symbolisiere der Heiligenschein die Glaubensfestigkeit.

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