Bürgermeisterwahl in Altena: Katharina Hübenthal (Grüne) im Porträt 

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Katharina Hübenthal tritt für die Grünen bei der Kommunalwahl als Bürgermeisterkandidatin in Altena an.

Sie ist die einzige Frau  - und muss sich bei der Kommunalwahl gegen drei Männer behaupten. Dabei setzt Bürgermeisterkandidatin Katharina Hübenthal (Grüne) nicht auf Ellbogen und laute Worte.

Altena – Zwei ausgetretenen Mini-Stufen folgen 18 klassische Beton- und noch einmal 42 hölzerne Treppenstiegen: Wer diesen schweißtreibenden Weg gegangen ist, steht vor der Wohnungstür von Katharina Hübenthal (39), der Bürgermeisterkandidatin der Altenaer Grünen. 

Kommunalwahl in Altena: Bürgermeisterkandidaten Hübenthal mag es grün

Der Blick ins Tal ist traumhaft, der Blick vom Balkon auch. „Wir sehen in den Wald und haben deshalb auch häufig Besuch: Rehe und andere Tiere fühlen sich im Grünstreifen direkt am Haus wohl. Unsere Kinder, der Sohn ist fünf, die Tochter drei Jahre alt, lieben das“, sagt die Bürgermeister- und Spitzenkandidatin für den Rat von Bündnis 90/Die Grünen.

Ihr Balkon, mehr aber noch die „grüne Stadt Altena, ist für mich und meine Familie ein idealer Wohnort. So oft wir können, sind wir draußen, das macht den Kopf frei von der Arbeit in der Rechtsanwaltskanzlei.“ 

Kommunalwahl in Altena: Beruf, Familie Freizeit unter einen Hut bringen

Altena hat für die junge Mutter „einfach Charme. Die Lenne, die Fuelbecke-Talsperre, der Wald, speziell im Gebiet rund um den Wixberg, und die historischen Häuser überall. Entlang der Lenneuferstraße mit den Terrassen ist es so, als befinde man sich in einem Kurort.“

Katharina Hübenthal ist ein Familienmensch. Das wird deutlich im Gespräch, das merkt man der stilvoll eingerichteten Wohnung an, dort, wo hier und da Kinderbücher liegen, ordentlich im Regal verstaut sind oder Spielzeug im Raum zu finden ist. 

„Acht Stunden Beruf täglich, manchmal mehr, und Kinder, das muss man zusammenbringen. Und dann sollte die Freizeit ausgefüllt sein“, sagt sie.

Kommunalwahl in Altena: Sauerländerin trifft Mann aus dem Pott

 Der Ehemann kommt gebürtig aus Witten. Der Mann „aus dem Pott“, wie er sich selber sieht, wurde von der in Iserlohn geborenen Sauerländerin 2007 zum Umzug nach Altena überredet. 

Altena ist ihr nicht fremd: Ihre Familie väterlicherseits hat Wurzeln am Ort. Und so führte sie beispielsweise als Kinder – Hübenthal hat einen Bruder, der in Berlin lebt – der Einkauf mit der Mutter häufig nach Altena, als die Familie noch in Neuenrade lebte. 

Kochen, Backen und Einkochen von Obst zu Marmelade nennt sie als „liebste Freizeitbeschäftigungen“. Als Vorsitzende eines Kindergartenbeirats hat sie sich besonders mit dem Marmeladekochen für Basarverkäufe eingebracht. 

Die benötigten Früchte kauft sie frisch im Laden oder zieht sie selbst auf dem Balkon. „Das reicht aber nicht für 40 Gläser“, schränkt sie gleich ein. „Weil hier die Sonne gut steht, sind sie oftmals besonders fruchtig.“

Kommunalwahl in Altena: "Krawall-Prozesse führe ich nicht"

Der Vater habe in seinem Garten leckere Johannisbeer-Sträucher. „Da bediene ich mich gerne.“ Die Volljuristin Katharina Hübenthal, die schwerpunktmäßig keine Strafverteidigerin ist, sagt, „jeder Richter ist auch nur ein Mensch. Und Urteile bieten Interpretationsspielraum. Wenn ich ein Mandat habe, geht es darum, das Beste für meinen Mandanten zu erreichen“. 

Deshalb sei sie darum bemüht, genau das zu erreichen. Gewissensbisse, schlaflose Nächte, eventuell auch Unrecht verteidigen zu müssen, hat sie nicht. „Krawall-Prozesse führe ich nicht, und jeder Mensch hat das Recht auf einen fairen Prozess.“

Kommunalwahl in Altena: Mama, die Vorleserin

Lesen, lesen, lesen: Auch das ist ein Hobby der angehenden Kommunalpolitikerin, die erstmals in den Rat einziehen will. Ob nun Belletristik zur zugegeben gelegentlich seichten Entspannung oder Literatur über Rechtsmedizin und Spurenanalyse – „es gibt so viel Spannendes, das ich gerne in die Hand nehme“, sagt sie. 

Ihre Kinder lieben es, wenn sie ihnen vorliest. Und sie ist dann auch ein kleines bisschen stolz, dass sich vielleicht die eigenen Gene auch beim Nachwuchs durchgesetzt haben. Als Kind sei sie nämlich Dauergast in der Stadtbücherei gewesen, „meine Eltern konnten gar nicht alle Bücher kaufen, die ich mir ausgesucht habe“, erinnert sie sich. 

Kommunalwahl in Altena: Von Stadtführern begeistert

Coronabedingt fallen große Reisen in diesem Jahr aus. Besonders Rom war häufig ein Ziel der Eheleute, weil dort eine Verwandte lebt und arbeitet. „So konnten wir einen Familienbesuch machen und die Stadt auf besondere Weise kennenlernen, und zwar nicht durch die Brille von Profi-Reiseführern, die häufig Zahlen, Daten und Fakten herunterleiern.“ 

Hübenthal schlägt einen Bogen zu Altena und kommt auf die hiesigen Stadtführer zu sprechen. „Klasse ist das, was sie leisten und anbieten. Da werden Anekdoten und lustige Geschichten erzählt. Das macht einfach Spaß, dabei zu sein.“ 

Kommunalwahl in Altena: "Mama hängt ganz groß" in der Stadt

Auf dem großen Balkon blüht und grünt es prächtig. Hat Katharina Hübenthal einen grünen Daumen? „Blumen sind mir wichtig. Ich mag sie sehr. Aber ich erfreue mich neben unseren Balkonpflanzen auch am Grün und Blühen in der Natur. Für mich ist deshalb der Frühling mit Tulpen, Narzissen und Hyazinthen einfach die vergleichsweise schönste Zeit im Jahr.“

Die Wahl-Plakate mit dem Konterfei der Kandidatin hängen seit Wochen stadtweit. Es gibt zudem noch Flyer und andere Werbemittel mit der jungen Frau. „Es war schon ein etwas komisches Gefühl, als ich mich das erste Mal so gesehen habe. Aber, nun ja. Richtig gelacht haben mein Mann und ich, als unsere Kinder beim Gang durch die Stadt darauf aufmerksam wurden und es erst mal nicht fassen konnten: ,Guck mal, Mama. Da hängst du aber ganz groß....‘ haben sie gesagt.“ 

Kommunalwahl in Altena: Kein E-Auto in der Garage

Ein E-Auto fahren die Hübenthals – noch – nicht. „Aber natürlich“ ein sparsames und sauberes Fahrzeug, sagt die Grünen-Kandidatin ohne Parteibuch. Beim E-Auto fehle ihr einfach noch die nötige Infrastruktur für den Ladevorgang. Und „es ist die noch relativ geringe Reichweite“, schließt sie eine künftige Kaufentscheidung für dieses klimafreundlichere Verkehrsmittel dennoch nicht gänzlich aus. 

Noch mal zurück zu den Treppen und dem Aufstieg in die Wohnung: „Gewohnheitssache“, lacht Hübenthal. „Und fit hält es auch. Wenn man das drei-, manchmal auch fünfmal am Tag absolviert hat, ist das wie Sport.“

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