Katasteramt liest neue Stadtdaten vor Ort ein

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Friedhelm Richter ist mit seinem Colibri auf Tour durch die Burgstadt.

ALTENA - Mit einer Antenne am Rucksack und einem Tablet-PC vor der Brust marschiert er durch Altena. Er umkreist langsam den Kreisel, hält zuweilen an, steht vor der Sparkasse, bedient den Computer und marschiert dann weiter. Manch einer schaut ihm heimlich nach und fragt sich was der da treibt.

Der Mann ist Vermessungsingenieur, heißt Friedhelm Richter. Er arbeitet beim Katasteramt des Märkischen Kreises. In Altena hält er sich auf, um den neu gebauten Kreisel am Markaner für die Deutsche Grundkarte einzumessen. Denn die Grundkarte zu aktualisieren - das ist sein Job. Dafür trägt er im Rucksack eine Antenne auf dem Rücken, mit der er das GPS- Signal empfängt. GPS ist die Abkürzung für Global Positioning System und bedeutet frei übersetzt weltweites System für Standortbestimmung und funktioniert mit Satellitensignalen.

GPS-Sender

Das System arbeitet unter durchschnittlichen Bedingungen recht gut. „Auf einen halben Meter genau, unter guten Bedingungen und ohne Störungen auch auf zehn Zentimeter genau“, erläutert Richter. Auf dem Bildschirm seines Computers erscheint ein Kreuz, und so weiß Richter, wo er sich befindet - die Schwächen der alten Karten werden offenbar: Die ursprüngliche Basis der Deutschen Grundkarte stammt aus den 1950er Jahren und beim Abgleich mit den aktuellen Daten offenbaren sich auch hier die Ungenauigkeiten. So müsste die Mauer der Lenneuferstraße laut Karte eigentlich drei Meter weiter sein - doch da ist die Lenne. „Das ist normal“. Grob wisse man meist anhand der Luftbilder dann schon, was einen als Vermesser erwarte.

Für Richter gilt es dabei das „Prinzip der Nachbarschaft“ einzuhalten. Nicht nur das neu einzumessende Objekt wird berücksichtigt, sondern eben auch die Nachbarschaft. So kann das Objekt dann eingepasst werden.

Katasteramt

Zurück im Katasteramt werden die Daten schließlich eingepflegt. In Altena hat der Vermessungsingenieur im übrigen recht wenig zu tun, in Meinerzhagen und Kierspe wartet mehr Arbeit auf ihn. Das Katasteramt des Märkischen Kreises hat einen guten Online-Auftritt. Ob Deutsche Grundkarte oder Luftbilder, man kann den kartographierten Märkischen Kreis dort prima einsehen.

Richter arbeitet mit einem ganz speziellen Computer, der auch für den Außeneinsatz geeignet ist. Während der typische Klapprechner schon bei feuchter Witterung und ein paar Wassertropfen schlapp macht, funktioniert der „Colibri“ dann natürlich noch einwandfrei.

vonPeter von der Beck

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