Als die Kartoffel auf der Burg noch unbekannt war

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Kämpfen wie die Ritter – das wollten viele hundert Gäste auf der Burg sehen.

ALTENA - Leben im Mittelalter – wie das aussah, davon konnten sich die Besucher der Burg Altena am Sonntag selber ein Bild machen. Mittelaltervereine aus der Region unter anderem die Ritterschaft der Wolfskuhle aus Hagen, hatten den Burghof zur Burgwache besetzt

Den ganzen Tag stellten die Vereinsmitglieder eine komplette Burgmannschaft dar, und gaben so schon einmal einen Vorgeschmack auf das Mittelalterfest am ersten Augustwochenende. Vom Grafen bis zur Küchenmagd hatte jeder seine feste Rolle.

Wichtiger Bestandteil des Lagers war die Küche. Dort hatte sich ein Mönch an den Kessel begeben. Gekocht wurde über dem offenen Feuer, strikt nach alten Vorgaben und garantiert ohne Kartoffel. Die wurde nämlich, entgegen der allgemeinen Annahme, erst viel später in der Region angebaut. Ein Eintopf mit Weißkohl, Speck und Zwiebeln– der ist nicht nur nahrhaft, sondern auch lecker, fand am Sonntag zumindest Graf Eberhard II..

Über 200 Besucher ließen sich vom Regenwetter nicht abschrecken und konnten so gemeine Überfälle und klirrende Waffen beobachten. Denn gekämpft wurde im Freikampf nach mittleralterlichem Vorbild.

Einen festen Programmplan gab es am Sonntag nicht. Die Ritterschaft agierte spontan und band die Zuschauer in ihre Vorführungen mit ein.

Unter den wachsamen Augen des Grafen und seines Sohnes Engelbert musste deswegen die Helmbardenmiliz zur Übung antreten. Der Hauptmann rekrutierte kurzerhand zur Verstärkung weitere Männer aus dem Publikum, die gleich ihre Mittelalter Tauglichkeit unter Beweis stellen mussten.

Nach getaner Arbeit belohnte der Hauptmann seine Mannschaft mit Bier und leckerem Schweinebraten.

Auf der Natursteinbühne hatte die Ritterschaft eine Bogenbahn aufgebaut. Und auch das Handwerk kam nicht zu kurz. Neben einem Lederer hatte ein Färber seine Werkstatt auf dem Burghof aufgebaut. Gefärbt wurde natürlich auf mittelalterliche Art, mit Pflanzen. Interessiert ließen sich die Besucher das Prozedere erklären. Gegenüber kümmerte sich derweil der Plattner um neue Rüstungsteile.

von Caroline Hüppe

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