Schmuddelecke im Garten

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Karsten Wolfewicz flüchtet sich in Zynismus: Einen Zettel mit der Aufschrift „Schön habt Ihr’s hier“ hat er an die Bank geheftet. ▪

ALTENA ▪ Garten der Burg Holtzbrinck, ganz hinten rechts: Essensreste, leere Flaschen, Zigarettenschachteln – es sieht aus wie Sau. Und das nicht zu ersten Mal, klagt Holtzbrinck-Hausmeister Karsten Wolfewicz.

Als Hüter der Burg Holtzbrinck kennt Wolfewicz die beiden Gruppen, die für den Unrat zuständig sind, ganz genau: „Erst kommen die Jugendlichen und dann die Penner“. Bis in die Morgenstunden dauerten die Gelage in der dunklen Ecke, berichtet er.

Wer den Hausmeister kennt, der weiß, dass Wolfewicz solche Dinge gerne selbst in die Hand nimmt: „Als die Jugendlichen bei mir noch Sozialstunden leisteten, da ging das“, berichtet er. Die Zeiten sind allerdings vorbei, jetzt findet er keinen Zugang mehr zu den Randalierern. „Mir werden Prügel angedroht“, berichtet er und fordert, dass sich jetzt andere um die unhaltbaren Zustände kümmern sollen.

Auch das Ordnungsamt komme angesichts der Zustände nicht nur hier, sondern auch am Markaner an seine Grenzen, berichtet dessen Leiter Klaus-Peter Trappe. Zwar gibt es sogar eine Satzung, die solche Exzesse „auf den Wegen, Straßen und Plätzen der Stadt Altena“ untersagt. Dadurch kann der Außendienst des Ordnungsamtes zwar Platzverweise aussprechen – „aber das heißt ja nicht, dass die eine halbe Stunde später nicht wieder da sind oder woanders hin ausweichen“.

Trappe weist auch darauf hin, dass das Ordnungsamt einfach nicht die personellen Kapazitäten habe, um sozusagen rund um die Uhr im ganzen Stadtgebiet nach dem Rechten zu schauen. Faktisch stünden für den Außendienst nur noch anderthalb Stellen zur Verfügung, regelmäßige nächtliche Streifen seien damit nicht durchführbar. Außerhalb der regulären Dienstzeiten erfolgen Kontrollen deshalb „anlassbezogen“, also dann, wenn es konkrete Hinweise gebe.

Dass es im Holtzbrinck-Garten Anlass zum Einschreiten gibt, ist Trappe natürlich bewusst – nur die Erfolgsaussichten seien fraglich: „An die Jugendlichen kommen wir über die Eltern vielleicht noch dran. An die anderen nicht.“ Trappe empfiehlt allen, die sich durch die Gelage belästigt fühlen, sich an die Polizei zu wenden.

Geprüft werden soll, ob die Parkbänke befestigt werden können – dann könnten die Trunkenbolde sie nicht mehr so einfach in ihre dunkle Schmuddelecke ziehen. ▪ Von Thomas Bender

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