"Garten der Geschichte" begibt sich ins All

Engel, Schilde, Raumfähren und mitten drin der Bergfried: Karsten Wolfewicz zieht im neuen Zyklus des Gartens der Geschichte alle Register, um die bis heute prägenden Einflüsse unserer Vorfahren zu einem stimmigen Bild zusammenzufassen.  Foto: Hornemann

Altena - Karsten Wolfewicz steuert aufs Weltall zu: Der neue Zyklus der Reihe „Garten der Geschichte“ hechtet furios der Mondlandung zu. Im letzten Quartal des Jahres 2015 heißt es „Urbi et Orbi“.

Wolfewicz lehrt darin, Kopernikus zu verstehen und nimmt seine Fans anschließend mit auf die Apollo-Mission. In Richtung Weihnachten betrachten die Garten-Gäste dann die Sicht der himmlischen Bewohner: Es geht um Engel.

Dieses himmlische Quartal wird buchstäblich zum Highlight in Karsten Wolfewiczs Reihe. Der Navigator der historischen Zeitreisen baut aktuell an großformatigen und detailverliebten Himmelskörpern – immer die Türmaße der Burg Holtzbrinck im Hinterkopf. „Was da an Einzelteilen nicht durchpasst, wird nicht im Saal installiert werden können“, berichtet er lachend.

Sein Publikum emotional zu packen ist erklärtes Ziel im Garten der Geschichte 2015. Auftakt der Reihe bildet am 20. Januar der Abend „Im Namen des Kaisers“, der die dreiteilige Epoche „Schwertzeit“ einläutet. Dazu gehört eine Staufernacht und natürlich eine Begegnung mit Walther von der Vogelweide, der vom instrumentalen Spiel und Gesang lebt. Darauf freut sich der Gastgeber natürlich besonders, denn er ist ein bekennender Fan des Minnesängers.

Bis April will Wolfewicz sein Publikum so weit gepackt haben, dass es ihm treu bleibt: Das Quartal „Sagenlandschaft“ widmet sich chronologisch Artus, Iwein und Parzival. Wie beeinflussten die drei die Entstehung der Grafschaft Mark und den Bau der Burg Altena? Wolfewicz bedient sich dem Bildnis eines Schachbretts, um die Packenden lebendig und emotional zusammenzuführen. „Unser Gehirn kann die Dinge anhand dieser vielen Eselsbrücken verarbeiten“, erklärt Wolfewicz. Ein Beispiel verrät er schon: Er wird den Bergfried von Burg Altena im Kölner Dom verpacken – und das Publikum wird sich wundern, wie vorzüglich er dort hineinpassen wird.

„Maßstäbe setzen wird ein großes Thema im Garten der Geschichte 2015“, berichtet der Referent, der sich nach den Geschichten der Tafelrunde den Bordberichten widmet: Ab Juli sticht er mit den Gästen in See und zwar nach Norden, Süden und Westen. Wie der Mensch das Orientieren in unbekannten Gewässern lernte, vermittelt Wolfewicz anhand der Aufzeichnungen über Abt Brendan, Heinrich, den Seefahrer und Cristobal Colon.

Unzählige Schriften hat der Altenaer studiert, um ein stimmiges Bild der Epochen zu kreieren. „Alle haben ihre Daseinsberechtigung und gehören zueinander, auch wenn sie aus ganz anderen Blickwinkeln verfasst wurden.“ Spätestens zum Jahresende tritt Wolfewicz den Beweis an: Wenn die Weihnachtsgeschichte nach Lukas dem Heiland-Epos gegenübersteht und das Publikum staunt, wie wunderbar die Zeilen ineinandergreifen

Von Ina Hornemann

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