Karsten Wolfewicz beleuchtet Weihnachtsgeschichte

Zeitzeugen der Krippe: Maria, Josef und ein starkes Ross

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Karsten Wolfewicz in "Streiter des Himmels".

Altena - Das Publikum muss schmunzeln, als Karsten Wolfewicz ein Ross in die Krippe setzt, das Maria, Josef und das Jesuskind um Längen überragt. „Mit einem Esel hätten sich die Westfalen doch nicht zufriedengegeben!“ merkt der Gärtner im Garten der Geschichte an. In den 6000 Langversen der Heliand-Dichtung aus dem Jahr 830 stand natürlich ein prächtiges Pferd in der „Burg zu Bethlehem“.

Karl der Große wollte das so und dem Volke hat es auch gefallen, wie die Gäste im Engel-Abend des Gartens der Geschichte erfuhren. Sie ist eine der schönsten und bekanntesten Geschichten der Welt, die Weihnachtsgeschichte nach Lukas.

Und sie trägt eine Besonderheit in sich: Der Engel spricht zu den Hirten auf dem Feld und nicht zu Maria. Karsten Wolfewicz empfindet diese Adressaten als besonders geeignet: „Hirten waren und sind in sämtlichen Epochen der Menschheit die letzten Überlebenden. Sie zünden ihr Feuer immer an.“ Die Hüter der Tiere nutzt Karten Wolfewicz als Zeitzeugen, um in die kulturübergreifende Engelsmystik einzusteigen.

Die Kulisse im Garten der Geschichte ist von einem erdförmigen „Engelsorganigramm“ geprägt, in denen sich viele Parallelen zu den Mythologien bekannter und prägender Kulturen spiegeln. „Die christliche Kirche ist später auch auf Nummer sicher gegangen und hat ihre Säulen von vielen Engeln tragen und hüten lassen“, erläutert Wolfewicz.

Nicht, dass ein wichtiger Bote vergessen wird oder verloren geht! Engel, das hat Wolfewicz in seinen Recherchen in der Mehrzahl seiner Quellen erfahren, waren immer öfter Boten als Beantworter direkter Fragen. Gefunden hat er sie nicht nur in der Bibel, sondern auch in den unzähligen Sprachen der Völkerwanderungszeit und in Wolfram von Eschenbachs Versroman Parzival.

Dem Evangelisten Lukas ist der Geschichtsgärtner aber besonders dankbar, denn seine Aufzeichnungen gelten bis heute als die am häufigsten von Missionaren verbreitete christliche Heilsgeschichte. „Und dadurch ist sie zu einem unschätzbar kostbaren Sprachschatz geworden!“ Den kann keiner leugnen, weder Christen noch Angehörige anderer Religionen, Atheisten oder Agnostiker.

Für jeden ist im Themenabend „Streiter des Himmels“ etwas dabei. Der Multiinstrumentalist Wolfewicz untermalt seinen Vortrag mit Musik, Gesang und alter Dichtkunst. Im begehbaren Bühnenbild befindet sich ein zyklischer Zeitstrahl, der sämtliche Völker einschließt, die je mit Engeln zu tun gehabt haben.

Sockel mit großen Krippenfiguren helfen bei der Veranschaulichung der Unterschiede in den Evangelien. Figürlich taucht nur ein einziger Engel in dem kunstvollen Bauwerk auf. „Wir müssen auch nicht alle Engel sehen können“, erklärt Karsten Wolfewicz augenzwinkernd. „Sie greifen auch manchmal ein, ohne dass wir es mit eigenen Augen erkennen können.“

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