Karnevalsfans aus Altena fahren seit 15 Jahren zur KG Kölsche Grielächer

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Gastwirt Dimitri „Dimi“ Apostolidis vom Café Ko am Markaner: Der Grieche gehört seit vielen Jahren zur Gruppe Altenaer Männer, die zur Herrensitzung der Kölsche Grielächer in die Domstadt fährt. Erinnerungsfotos hängen in seinem Lokal.

Altena - „Guido Cantz zu erleben, das ist schon eine Nummer! Der Mann hat Humor, ist nicht abgehoben und man kommt aus dem Lachen nicht heraus!“ – Ulrich Hücking kann das beurteilen. Er hat den Comedian und Fernseh-Star mal wieder „live“ erlebt.

Seit mehr als 15 Jahren fährt der Fleischermeister alljährlich zur Karnevalszeit zu den Jecken der KG Kölsche Grielächer und nimmt an einer traditionellen Herrensitzung teil. Doch nicht allein. „Das würde mir keinen Spaß machen.“ Hücking hat „bis zu 15, manchmal auch zwei Dutzend Freunde, dabei. Und dann wird gefeiert!“, erzählt er gut aufgelegt. Wie zuletzt, Anfang Januar. „Denn die Herrensitzung ist stets am ersten Sonntag dieses Monats“, erzählt er.

Mit dabei waren in diesem Jahr wieder bekannte Altenaer. Darunter Gastwirt Dimitrios „Dimi“ Apostolidis vom Café Ko, Sparkassen-Mitarbeiter Rainer Piorkowski und Sportler Wilhelm Wegmann, um nur drei zu nennen. „Ich lache gerne“, sagt beispielsweise „Dimi“. Er kennt Karneval auch aus seiner griechischen Heimat, obwohl er mittlerweile 28 Jahre am Zapfhahn des Ko steht. „Ich kenne mich mit Feiern aus“, sagt der sympathische Grieche. Probleme, die Kölschen mit ihrer Mundart zu verstehen, hat er nicht. „Die lieben ihre Stadt“, sagt er und Ulrich Hücking fügt etwas gebrochen an: „und Fastelovend noch op kölsche Aat!“

Einen Bus oder Fahrgemeinschaften bilden die feierfreudigen Männer nicht. „Wir fahren mit der Bahn. Wir kaufen Tickets für je 45 Euro, damit können dann je fünf Personen fahren. Für 9 Euro Köln hin und zurück, das ist so unglaublich günstig, da muss man zuschlagen. Zumal das Maritim-Hotel, in dem die Sitzung stattfindet, fußläufig vom Bahnhof Ruckzuck erreichbar ist. Für dieses Geld kann man nicht einmal mit der MVG nach Lüdenscheid und zurück“, sagt Hücking und lacht.

Richtig Zeit nehmen sich die Altenaer Herren für ihren karnevalistischen Ausflug. Denn das jecke Programm beginnt um 12 Uhr und läuft und läuft und läuft dann bis gegen 18 Uhr. „Da gibt es vielleicht mal 45 Minuten Pause. Sonst zündet Gag an Gag“, erzählt Hücking.

Längst haben die Herren in Köln ein Lokal gefunden, bei dem sie vor dem Besuch der Kölsche Grenadeere blau-grön 1927 – so der erste Titel der Kölsche Grielächer, einkehren. „Der Wirt kennt uns gut. Er öffnet sogar extra für die Sauerländer“, freut sich die Freundestruppe.

Franz Schmidt, der heute nicht mehr in Altena wohnt, hatte einst die Idee zum Ausflug von der Karnevalsdiaspora Altena in die Karnevalshochburg Köln. Uli Hücking ist – soweit er weiß – „seit Anfang an dabei.“ Und er ist es auch, der sofort nach der Sitzung bei Dieter Broich, „einem lieben Freund mit Wohnung in Köln“, die Tickets für das kommende Jahr bestellt und besorgt. Die sind mit 37 Euro pro Person noch relativ günstig. „Egal – wir haben dann super Sitzplätze und sind mitten drin in mehr als 1300 feierfreudigen Männern“, sagt Hücking.

Als langjährige Gäste haben die Altenaer um Ulrich Hücking stets reservierte Plätze im Maritim Köln.

Und wie sieht das Programm aus, für das die „Männer aus der Provinz“ die Fahrt und alles auf sich nehmen? „Einfach klasse. Das muss man erleben“, sagt Hücking und auch Dimi Apostolidis schließt sich an. So wurde am 8. Januar das Programm durch den Literaten der Gesellschaft, so heißt der Sitzungs-Präsident, eröffnet. Jener Roland Lautenschläger begrüßte unter anderem die KKG Fidele Zunftbrüder 1919, Comedian Motombo (Dave Davis), Bernd Stelter, Botz und Bötzger oder Klaus und Wille als professionelle Büttredner. Übrigens: Für den musikalischen Ton sorgten Kasalla und zum Sitzungsende die ebenfalls durch Funk und Fernsehen bekannten Räuber. Ulrich Hücking und Dimi Apostolidis: „Wir haben das kommende Jahr schon im Blick und fahren wieder nach Köln.“

Für den feiererprobten Griechen war es übrigens bis jetzt bereits die zweite Herrensitzung im Rheinland. Augenzwinkernd gestand er beim Zurechtrücken von Bildern der Sitzung mit seinen Freunden, die seinen Thekenraum im Lokal Ko schmücken: „Erst vor ein paar Tagen war ich mit zehn Jungs der Handball-Union in Düsseldorf. Auch auf einer Herrensitzung. Ich hab’s ja schon gesagt: Ich lache gerne – und auch da bin ich voll auf meine Kosten gekommen.“

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