Karikaturen-Ausstellung im Finanzamt

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Frech und bissig: Karikaturen im Finanzamt.

ALTENA - „Ich werde in meiner Heimat verfolgt durch Steuern, Abgaben und Betriebsprüfungen!“ – so steht es auf einer von 85 teils farbigen Karikaturen, die zur Zeit im Finanzamt am Winkelsen während der Öffnungszeiten zu sehen sind.

Mittwoch eröffneten Vorsteher Dietmar Zitzelsberger und sein Wuppertaler Kollege Klaus Saalmann eine Karikaturenausstellung zum Thema „Ohne Moos nix los“, die humorvoll sowohl Steuerpflichtige als auch Steuereintreiber, also die Mitarbeiter der Finanzämter, auf die Schippe nimmt.

Saalmann, lange Jahre Leiter der Landesfinanzschule, hatte bereits vor 16 Jahren die Idee, einmal Karikaturen aus der Welt der Steuern und Abgaben zusammenzutragen und dann auszustellen. „Dass das damals ein super Erfolg wurde und quer durch die Republik Anklang fand“, beflügelte den Mann, dieses Angebot zu wiederholen.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Walther Keim, einem Ministerialrat aus der Bundestagsverwaltung, sichtete der Mann erneut hunderte von Karikaturen namhafter Zeichner. Insgesamt 31 Frauen und Männer, darunter Größen wie Hans-Jürgen Bundfuss, Rainer Ehrt, Gertraut Funke, Horst Haitzinger, Gerhard Mester oder Jürgen Tomicek haben das Thema „Steuerzahler kontra Finanzamt“ überwiegend heiter aufs Papier gebracht. Saalmann: „Alle belegen eindrucksvoll, das Finanzbeamte, aber auch Steuerberater, nicht humorlos sind und zum Lachen in den Keller – oder wie hier – auf die Berge gehen.“ Die Botschaft der Zeichnungen sei einfach: „Humor endet nicht an der Tür des Finanzamtes.“

Der Laudator beschwor im Altenaer Finanzamt die Kraft einer jeden guten Karikatur, die nämlich 1. einfach, 2. klar und 3. niemanden Rätsel aufgeben dürfe. Das bedeute, so meinte er in Bezug auf den ewigen Streit zwischen Steuerpflichtigen und Steuerbeamten „überwiegend etwas Versöhnliches, was in den Zeichnungen rüberkommt.“

Eindrücklich mahnte Klaus Saalmann, immer auch die andere Seite der Steuerpflicht zu sehen: Nämlich, was mit dem Geld aller bewegt und geschaffen werde. Wer akzeptiere, dass Steuern gezielt auch für sein eignes, persönliches Wohl eingesetzt würden, zahle sie zwar sicherlich immer noch ungern, aber doch eher mit dem gebührlichen Respekt.

Den Betrachtern der Ausstellung wünschte er bei den „Röntgenbildern der Zeit“, die oft auch eine Art „optisches Juckpulver“ seien, viel Spaß.

Den hatten zum Auftakt die Steuerberater der Region. Sie waren die ersten, die einen Blick riskieren konnten, ehe sie sich mit den Leitungskräften des Finanzamtes wieder ernsten Dingen zuwandten: Der mal wieder geänderten Steuergesetzgebung.

„Ohne Moos nix los“ bis 8. März, Karikaturen rund ums Geld. Finanzamt am Winkelsen, während der Öffnungszeiten.

von Johannes Bonnekoh

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