Kaputte Heizung kann Schützen nicht bremsen

ALTENA ▪ „Überwältigend“ – das sei sein erster Eindruck gewesen, als er im vergangenen Jahr die St. Thomas-Morus Kirche im Mühlendorf betrat. „Das ist ein sensationell schöner Raum!“, schwärmt der Mühlendorfer Kompanieführer Bernd Vogel noch heute.

Auch ohne „kirchliches Inventar“ strahlt die ehemalige katholische Kirche ein besonderes Flair aus. Daher freuen sich die Mühlendorfer Schützen um so mehr, hier ihre Kränzebinderabende durchführen zu können.

Im vergangenen Jahr wurde während einer Vorstandsitzung nach einer Alternative zum „Kölschen Jö“ gesucht, der den Kränzebindern nicht mehr zur Verfügung steht. Eine wage Idee entstand: „Warum nicht in der ehemaligen Kirche feiern?“

Eine erste Anfrage bei Diakon Heinz-Georg Voß ließ die Schützen hoffen, der nächste Schritt war die offizielle Anfrage beim Kirchenrat. Dietmar Flusche fand die Idee der Schützen nicht abwegig, im „Sinne der Brauchtumspflege“ erteilte die Kirchengemeinde ihre Zustimmung.

„Wir haben hier ideale Bedingungen, im Kirchenschiff haben wir reichlich Platz zum Kronenbinden und auch zum Tanzen. Im Nebenraum wird eine kleine Küche eingerichtet und im unteren Gemeindesaal können wir unsere Vorstandssitzungen abhalten“, freute sich Vogel. Dort stehen inzwischen Tische und Stühle aus der geschlossenen Gaststätte „Zur Stadt Iserlohn“, Tische und Stühle für den Kirchensaal erhalten die Mühlendorfer Schützen von ihren „Kollegen“ der Lüdenscheider Schützengesellschaft. „Uns ist wichtig, dass unsere Gäste bequem sitzen können. Daher sind wir froh, nicht nur Biertischgarnituren anbieten zu können, sondern eine ordentliche Bestuhlung zu haben“, erklärte Vogel.

Ein weiteres Problem sei die defekte Heizung in dem mittlerweile seit sechs Jahren leer stehenden Gebäude. Die sei nicht mehr zu reparieren, elektrische Heizgeräte sollen trotzdem für angenehme Temperaturen sorgen. Glücklicherweise sind die sanitären Anlagen noch intakt, sämtliche Rohre wurden überprüft.

Am Samstagmittag allerdings war es noch bitterkalt in der Kirche, obwohl die großen Fenster genügend Sonnenlicht hereinlassen. Da mussten sich die Schützen warm arbeiten, denn bis zum 3. März, dem ersten Kränzebinderabend, ist es auch nicht mehr lange hin. Einige Putzaktionen sind bereits gelaufen, trotzdem gibt es noch genug zu tun: Wände müssen teilweise neu gestrichen werden, die Einfassung eines Dachfensters im Nebenraum des Kirchenschiffs ist undicht, Putz blättert von der Decke. Hier versuchen die Schützenfrauen Katja Kämpfer und Bea David Abhilfe zu schaffen.

Die Männer kümmern sich inzwischen um die Bestuhlung, die elektrischen Leitungen, die Musikanlage und um die Dekoration mit grün-weißen Fahnen.

„Wir sind der Kirchengemeinde St. Matthäus wirklich sehr dankbar, dass wir dieses Gebäude unter gewissen Auflagen nutzen können. Und wir hoffen natürlich sehr, dass auch Mitglieder der Gemeinde und des Kirchenrats unsere Kränzerbinderabende besuchen werden“, richtet Vogel eine herzliche Einladung an die katholische Kirche.

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