Kampf gegen Raser, Schlaglöcher und Gefahren

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Günter Homberger hängte ein selbstgepinseltes Schild an der Rahmedestraße auf.

ALTENA - Der Landesverkehrsminister ist eingeschaltet. Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein erhielt einen Brief und mit dem örtlichen Ordnungsamt und Straßen.NRW ist Günter Homberger „ebenfalls in Kontakt getreten.“ Doch alle „sind immer irgendwie nicht zuständig“, ärgert sich der selbständige Handwerksmeister.

Deshalb war für ihn am Montag Schluss. Der Rahmeder hängte unweit seines Wohnhauses an der vielbefahrenen Landstraße 530 an der Rahmedestraße 292 a ein selbst gepinseltes Schild an einer Straßenlaterne auf: „Achtung, Kinder!“ Das sah dem amtlichen, blauen Verkehrsschild zwar täuschend ähnlich, es hing aber nicht lange. „Plötzlich stand ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes bei mir im Büro und hat mich aufgefordert, das Schild sofort wieder abzunehmen. Homberger tat, wie ihm geheißen, auch wenn in ihm „der Zorn kochte.“

Seit Jahren, so sagt er gegenüber unserer Zeitung, „wird hier deutlich zu schnell gefahren. Tempo 50 km/h sind erlaubt, aber die Autofahrer drücken aufs Gas. Ich schätze, das viele deutlich über 70 km/h fahren oder noch schneller sind.“ Und das auf einer „durch und durch maroden Straße. Der Verkehrslärm ist für uns Anwohner auf Grund der vielen Schlaglöcher einfach unerträglich.“

Geschwindigkeitsmessungen von amtlicher Stelle habe es „seit Jahren nicht gegeben“, ärgert sich der Altenaer. Und hart geht er auch mit Lkw-Fahrern ins Gericht. Die würden häufig beim Befahren der engen Straße auch „keine Verwandten kennen“. Straßen.NRW fülle seit Jahren nur die gröbsten Schlaglöcher auf. „Es passiert nichts, außer Versprechungen und Hinhalten.“ Vielleicht sechs, sieben Jahre sei es her, dass Straßen.NRW entlang der Straße neue Büsche und Bäume gepflanzt habe. „Die sind jetzt hochgeschossen und noch nie zurückgeschnitten worden. Ich musste sogar meine TV-Schüssel umhängen, weil wir keinen Empfang mehr hatten.“

Michael Overmeyer, Sprecher von Straßen.NRW, berichtet von regelmäßigen Grün-Pflegeeinheiten und einem wachen Auge der Straßenmeisterei auf den Zustand der L 530. In diesem Jahr sei aber an eine Sanierung nicht gedacht. „Da steht nichts im Haushalt.“ Deshalb müsse man sich halt mit dem Schließen der größten Schlaglöcher vorerst zufrieden geben.

Klaus-Peter Trappe, Leiter des Ordnungsamtes, ist für Hombergers Anregungen empfänglich. Er hält eine Geschwindigkeitsreduzierung auf dieser viel befahrenen Landstraße aber „für nicht möglich.“ Tempo-Messungen könnten aber sicherlich eingerichtet werden. Zum Schild meinte er: Grundsätzlich seien selbstgebastelte Schilder im öffentlichen Straßenraum nicht erlaubt. „Verkehrsschilder sind genormt. Auch die Anbringung, damit nichts passiert.“ Homberger habe sein Warnschild beispielsweise mit Klebeband befestigt. „So was geht gar nicht.“

von Johannes Bonnekoh

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