THW kämpft seit zwei Monaten um Naturschutzgebiet - Kosten sind enorm

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Die THW-Mitglieder stauen das Wasser mit Sandsäcken auf.

Pettenberg/Altena – Seit zwei Monaten kämpft das THW um Naturschutzgebiete. Täglich werden tausende Liter Wasser hineingepumpt. Eine teure Aktion ohne Ende in Sicht.

Seit über zwei Monaten sorgt das Technische Hilfswerk in Altena dafür, dass das Naturschutz- und FFH-Gebiet Auf dem Pütte im Bereich zwischen Siesel und Pasel in Plettenberg mit Wasser versorgt wird. Dazu wurden diverse Pumpleitungen verlegt. 

Mit einer mehr als 300 Meter langen Leitung werden pro Minute gut 1000 Liter Wasser vor dem geöffneten Lennewehr aus dem Fluss entnommen. Zwei weitere Pumpen, die zusammen 1200 Liter Wasser pro Minute pumpen können, befinden sich unweit des Sieseler Bahnübergangs am Wiebecker Bach. 

„Wir konnten das Wasser dort auf 1,40 Meter Höhe aufstauen“, erklärt THW-Leiter Frank Herbel, dessen Team in dem Bereich Sandsäcke aufschichtete, um so den Wasserstand im Naturschutzgebiet künstlich zu erhöhen. 

Wasser in Minutenschnelle versickert

Nachdem das Lennewehr auf Anordnung der Bezirksregierung geöffnet worden war, fehlte der Wasserzufluss, da die Lenne durch das Gleisbett gesickert war. Um genau diese Schwachstelle zu beseitigen, war das Lennewehr ohne große Vorwarnung geöffnet worden, was den Wasserstand dort innerhalb von wenigen Minuten um drei Meter abgesenkt hatte und zahlreiche Fische dort verenden ließ. 

Doch so schnell das Wehr im April geöffnet wurde, so zäh verlaufen nun die Vorbereitungen für die Ausschreibung der Sanierung. 

Sanierung: Termin unklar

Gut drei Monate nach der Wehröffnung steht nach Auskunft von Enervie-Sprecher Uwe Reuter immer noch nicht fest, wann und in welchem Umfang das Flussbett neu und aufwendig abgedichtet wird. 

„Da schlagen jetzt die Coronakrise und die Urlaubszeit voll durch“, bedauerte Reuter. Und so laufen die Pumpen vor dem Lennewehr weiter im Dauerbetrieb.

 „Über so einen langen Zeitraum sind die Anlagen bei uns noch nie gelaufen. Es fährt jeden Tag ein Mitarbeiter raus, um vor Ort die Pumpen zu überprüfen und wenn nötig von Verunreinigungen zu befreien“, sagt Frank Herbel. 

4000 Kilometer nur für Kontrollfahrten

Allein durch die Kontrollfahrten von Altena nach Plettenberg seien mittlerweile rund 4000 Kilometer zusammengekommen.“ Alles in allem rechnet der THW-Leiter aus Altena bislang mit Kosten in Höhe von rund 10 000 Euro, die durch den zweimonatigen Einsatz entstanden sind. 

Ein Betrag, der bei einem privatwirtschaftlichen Unternehmen wohl schon nach wenigen Tagen erreicht worden wäre

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