Kämmerer ist froh: Altenas Schuldenberg schmilzt

Langfristige Verbindlichkeiten: Hier gibt es für Altena eine gute Tendenz, die Schulden nehmen ab.

ALTENA - Zwischen zwei Arten von Krediten unterscheidet der Kämmerer: Er kennt einerseits langfristige Darlehn für Investitionen und andererseits kurzfristige Kassenkredite, die er zur Finanzierung laufender Ausgaben aufnehmen muss. Das eine ist normal und nichts anderes als das, was zum Beispiel der private Häuslebauer tut. Das andere ist so, als wenn Otto Normalverbraucher ab Monatsmitte die Lebensmittel auf Pump einkaufen muss.

Auf Pump einkaufen und Gehälter zahlen muss Stefan Kemper schon immer – 2005 übernahm er von seinem Vorgänger Kassenkredite in Höhe von gut zehn Mio. Euro, Ende 2011 waren es 41,3 Mio. Euro und damit sozusagen ein kompletter Jahresetat.

Deutlich erfreulicher ist die Tendenz bei den langfristigen Verbindlichkeiten. Darauf wies Wolfgang Wilbers (SPD) in der Ratssitzung am Montag in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses hin. Er berichtete bei der Vorstellung der Jahresrechnung für 2011, dass die Höhe der investiven Kredite um etwa eine Mio. Euro pro Jahr zurückgehe, weil in 2010 und 2011 nach Plan getilgt, aber keine neuen Darlehn aufgenommen worden seien. Auch der Anstieg der Kassenkredite schwäche sich ab, lobte Wilbers.

Tatsächlich ist Kemper optimistisch, dass er den für dieses Jahr zur Verfügung stehenden Rahmen für Liquiditätskredite (44,9 Mio. Euro) nicht ganz ausschöpfen muss, weil 2012 noch knapp zwei Mio. Euro aus dem Stärkungspakt fließen werden und er außerdem auf eine höhere Gewerbesteuernachzahlung wartet. Zugute kommt der Stadt das historisch niedrige Zinsniveau: Rund zwei Mio. Euro pro Jahr zahlt sie für ihre Gesamtverbindlichkeiten.

In seiner Rede zur Haushaltseinbringung verriet Kemper auch, welche Investitionen im kommenden Jahr anstehen. Der Burgaufzug kostet Geld – auf 1,24 Mio. Euro schätzt er die im kommenden Jahr auf die Stadt zukommenden Investitionskosten, hinzu kommt das an der Lennestraße geplante Eingangstor, das mit weiteren 600000 Euro veranschlagt ist. Weitere, für 2013 geplante Investitionen entfallen auf den Beginn des Umbaus des ehemaligen Güterbahnhofgeländes und die Planung für die neue, dorthin führende Fußgängerbrücke. Ganz ohne Kredite lässt sich das nicht finanzieren. Trotzdem sieht Kempers Planung vor, mit der Kreditaufnahme im kommenden Jahr deutlich unter der Höhe der Tilgungen zu bleiben.

Apropos Aufzug: Der Rat hat dazu am Montag den nächsten Auftrag vergeben. Es handelt sich um die Technik für den eigentlichen Fahrstuhl. Die Kosten dafür lägen „im Rahmen der Berechnungen“, versicherte am Dienstag der Bürgermeister. Am Freitag will er die Firma vorstellen, die in Kürze mit dem Schacht- und Stollenbau beginnen wird.

von Thomas Bender

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