Auftritt in Altena

Kabarettistin Lioba Albus zeigt ein breites Themen-Spektrum

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Mit wenigen Handgriffen verwandelte sich die Kabarettistin auf offener Bühne immer wieder in schräge, köstlich überspitzte Figuren.

Altena -  Mit Männern kennt sie sich aus. Schließlich führt sie da bei ihrem Gustav seit Jahrzehnten ein gestrenges Regiment. Ärgerlich, dass er im Alter so anhänglich geworden ist. „Der will immer mit, auch zum Einkaufen“, beschwert sich Mia Mittelkötter alias Lioba Albus in ihrer Paraderolle als sauerländisches Urgestein mit Betonfrisur und leicht zu händelndem Flamenco-Rock.

Früher, da hatte sie wenigstens beim Einkaufen ihre Ruhe. Kein Wunder, dass sie heutzutage über das Wegsein – nicht so ganz, nur ein bisschen – „philosophiert“. Was das Weg ist, wo der Weg zum Weg liegt und wie er zu finden ist, ließ Verwandlungskünstlerin Lioba Albus, bekannt aus Rundfunk und Fernsehen, am Samstagabend in der Burg Holtzbrinck zum Weglachen komisch wissen.

Zu Gast mit ihrem neuesten Programm „Das Weg ist mein Ziel“, widmete sich die gebürtige Attendornerin auf gewohnt unnachahmliche Art den Themen, die Mann und Frau im Alltag bewegen. Gegen sinnentleerte Sinnsprüche, asoziale Medien wie „Fatzebook“ beziehungsweise „Fakebook“, Raser, Rechte und ewig Gestrige im Bundestag sowie die Trumps der großen Politik wetzte sie das verbale Messer. Von Trump – Betonung auf dem „u“ – war da der Weg zu plump nicht weit.

Das Weg als Ziel? Das Publikum hatte seinen Spaß bei Lioba Albus’ philosophischen Betrachtungen.

Keine Klimakatastrophe? Lächerlich! Soll er doch mal unter den Achseln riechen, wie weit die schon fortgeschritten ist, der Mann mit dem toten Pekinesen auf dem Kopf. Ob wohl ein Hohlkörper zum Vorschein kommt, wenn man den Pekinesen lüftet? Und die asozialen Medien? Die reinste „Magen-Darm-Grippe, wo jeder sein braunes Zeug verbreiten darf.“ Frank und frei, wie ihr der Schnabel gewachsen war, nahm Lioba Albus das Wegsein in allen Lebenslagen unter die Lupe.

War es nicht Mia Mittelkötter, die Männern die Leviten las und Frauen in „diskrete“, zwerchfellerschütternde Gespräche von Frau zu Frau verstrickte, waren es der verlassene Liebhaber, die verlassene Mutter oder die Schulversagerin in Leopardenjacke und knatschroten High Heels, die dem lachenden Publikum unverblümt und frech die Meinung geigten. Selbst vor der Sexismusdebatte und sexuellen Übergriffen machte das bissig-amüsante Wortgewitter von Mia und Konsorten nicht Halt. Mit wenigen Handgriffen – keine oder eine andere Perücke, andere Schuhe oder eine andere Jacke – verwandelte sich Lioba Albus auf offener Bühne in schräge, köstlich überspitzte Figuren.

Ein anderer Gesichtsausdruck, andere Mimik, Gestik, Körpersprache und Zungenschlag: Schon war die Verwandlung perfekt. Weinselig und vor Selbstmitleid zerfließend bis ins Mark präsentierte der verlassene Liebhaber – frisch gegelt und wegen einer Leberwurststulle selbst vom haarlosen Hund sitzengelassen – dem perplexen Publikum da sogar sein blankes Hinterteil. Tenor: „Loslassen, das ist für’n A…“. Ein breites Spektrum an Themen klapperte Lioba Albus bei ihrem Rundumschlag über das Wegsein ab – angefangen bei der Politik mit Seehofer & Co. bis hin zum pfeifenden Gartenzwerg, der gute Dienste leistet, wenn die Männer aufhören, einer Frau hinterher zu pfeifen. Ein gelungener Abend!

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