Fritz Eckenga strickt geistreiche Wortgewänder

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Nicht nur den deutschen Politikern schrieb Fritz Eckenga so manchen Satz ins Stammbuch, auch Otto-Nomal-Verbraucher, Fußballfans und – ganz aktuell – Asylkritiker bekamen ihr Fett weg.

Altena - „Von vorn!“ wandte sich Fritz Eckenga an sein Publikum in der Burg Holtzbrinck und jonglierte amüsant mit der deutschen Sprache und ihren Tücken.

Ganz aktuell sein Hilferuf: Sucht Sachsen! Damit stelle er sich „in den Dienst der guten Sache, die jetzt grade böse ist, damit sie wieder gut wird.“ Denn man müsse doch Ministerpräsident Stanislaw Tillich helfen, der nach den jüngsten Ausschreitungen erklärte: Dies ist nicht mein Sachsen! Ein ganzes Bundesland – verschwunden! Vielleicht durch den Weißwurst-Vorhang „rüber gemacht nach Bayern“?

Auch für gebeutelte Länder außerhalb der eigenen Grenzen hatte der Dortmunder Kabarettist Lösungen parat: Mehdorn privatisiert Portugal, Middelhoff vermietet Frankreich, Gerhard Schröder saniert Italien mit einem russischen Partner und Wowereit regiert Griechenland –„Arm, aber sexy!“

Einen Brief an die Weltmeinung, die „nicht auf unserer Seite ist“ hatte Eckenga ebenso verfasst wie eine Mail an den bekannten Burger-Schnellimbiss, der seinen Kunden zukünftig „was Gesundes und was mit Ethik“ servieren wolle. „Es kommt noch zum Äußersten, zu Messer und Gabel!“

Eckenga nahm sein Publikum mit in den Reformstau auf den deutschen Autobahn-Baustellen-Ausstellungen und ermunterte die Erziehungsberechtigten, die lieben Kleinen doch in die „Saniferien auf den Erlebnis-Raststätten“ zu schicken, wenn das Zeitfenster mal wieder auf Kippe steht.

Wie gewohnt nahm Eckenga kein Blatt vor den Mund, der Nachbar mit eingeschränkten handwerklichen Fähigkeiten bekam ebenso sein Fett weg wie die Fußballfans.

Der Rücktritt von Dortmunds Trainer Klopp im April hatte ihn zu einem Gedicht veranlasst, weil „Männer in Meeren von Tränen stehen“. Er selber habe die Sommerpause der Fußballer genutzt, um auch mal bei der „französischen Apotheken-Radrundfahrt“ reinzuschauen oder der „rhythmischen Pferdegymnastik“.

Als Zugabe beschrieb der Wort-Akrobat den „Familyday mit Gott im Park“, wo Eltern den Kindern erklären müssen, dass die Flamingos im Teich nicht angekettet sind und Karel Gott ein Konzert gibt.

Mit dem Auftritt hat der Kulturring einen Künstler verpflichtet, der mit Geist und Esprit die kleinen und großen Tücken des Lebens in Worte kleidet. Die bereits im Vorfeld ausverkaufte Veranstaltung zeigt: Auch für niveauvolle Unterhaltung gibt es in Altena ein Publikum!

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