Frieda Braun erklärt den Altenaern das Leben

Von ausgewilderten Ehegatten und Klopapier mit Spekulatiusduft berichtete Frieda Braun.

Altena - Das größte Kompliment erhielt Frieda Braun bereits vor Beginn ihres Auftritts : Am Samstagabend waren in der Burg Holtzbrinck schon frühzeitig alle Stühle besetzt. Karsten Wolfewicz musste die Zuschauer bitten aufzurücken, um Platz für weitere Stuhlreihen zu schaffen.

Von Silvia Sauser

„Rolle vorwärts“ heißt das neue Programm von Frieda Braun, die eigentlich Karin Berkenkopf heißt. Sie macht Werbung macht für die neuen VHS-Kurse in ihrer Heimat Winterberg: „Die heimische Flora und Fauna im Sechs-Gang-Menü“, „Der mündliche Patient“ oder „Internet für Silbersurfer“ sind schon ganz gut ausgebucht, nur für das „Nacktschwimmen bei Walgesang“ finden sich immer noch keine Teilnehmer.

Mit Wortwitz und einem Augenzwinkern lästert Frieda Braun über die kleinen Schwächen und Niggeligkeiten ihrer Mitmenschen und formuliert dabei feststehende Begriffe so um, dass sie in ihr Weltbild passen.

„Björn Out“ haben einige ihrer Bekannten, das ist „wenn das Gehirn eine Vollbremsung macht“. Kommt davon, wenn man zu viel arbeitet und sich das ganze Fachwissen im Gehirn ablagert. Besser ist es, rechtzeitig aufzuhören. Wie Königin Beatrix. „Im englischen Königshaus steckt Prinz Charles immer noch in seiner Prinzenrolle fest“, erklärt Frieda, „und er schaut mit Neid auf unser Schützenwesen, da wird man schneller König! Ist ja auch leichter, ‘nen hölzernen Vogel abzuschießen als die eigene Mutter!“

Frieda erklärt den Zuschauern das Leben, vergleicht Vergangenheit mit Gegenwart: „Früher hatte unser Telefon so einen Brokat-Poncho, heute haben alle ein Zart-Phone und streichen ganz sanft mit den Fingern darüber.“ Nachrichten werden „getoastet“ und in einen Stick „eingetuppert“ und Wiechbert steht vor dem Fenster und „gurgelt“ wie das Wetter draußen ist. Inzwischen hat Frieda gelernt, dass eine Festplatte nichts mit garnierten Schnittchen zu tun hat und die virtuellen Einbrecher bei Freundin Ziska keine Taliban, sondern Trojaner waren.

Natürlich bleibt auch das Publikum nicht verschont: Einige Herren werden direkt angesprochen. Werner aus Altena wird von Frieda Braun dazu auserkoren, den Besuchern den Satz mitzugeben, „der die Nacht vergolden wird“: „Du bist schön!“ Das sollte man beim morgendlichen Blick in den Spiegel wiederholen, wenn man die Nacht wieder einmal „mit Gravur bestanden hat“ und das Kissen zu den eigenen Falten weitere Eindrücke hinterlassen hat.

Vor der Zugabe, die begeistert gefordert wurde, dankte die Kabarettistin Barbara Langos und „dem Team vonne Kultur“. - sis

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