Kabarett der Weibsbilder: Männer nur noch ambulant

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Claudia Thiel und Anke Brausch zogen alle Register bei ihrem Kabarett-Abend „Weibsbilder“.

ALTENA - Zur Titelmelodie von „Bonanza“ entführten die „Weibsbilder“ Claudia Thiel und Anke Brausch die Zuschauer am Samstagabend auf die Wellness-Farm. Botox-statt Tupperparty, beim neuesten Programm der Kabarettistinnen aus der Eifel, die zum zweiten Mal in der Bürgerburg auftraten, drehte sich alles um den Schönheitswahn(sinn).

Frech und frivol und mit viel schwarzem Humor nahmen die beiden nicht nur die durchgestylten Hollywood-Schönheiten auf´s Korn, auch gegenseitig sparten sie nicht mit bissigen Kommentaren.

Claudia Thiel, das etwas fülligere Exemplar der beiden, bezeichnete ihren Speck positiv als „erotische Nutzfläche“, Anke Brausch konterte gezielt: „Wie lange braucht denn Bauer Willi, bis er das alles beackert hat!“

Dabei ist abnehmen doch eigentlich ganz einfach, wenn man die Methode von Anke Brausch anwendet. Zunächst die Ernährung umstellen: Das Nutella steht jetzt links im Schrank. Und geduscht wird mit Spüli: „Kraftvoll gegen Fett“.

„Bauer sucht Frau“, „DSDS“ und „Germanys next Topmodel“- jeder bekam sein Fett weg. Manchmal waren sich die „Weibsbilder“ einig: Die zurechtgeschnippelten Promis ähneln sich wie die Jacob-Sisters und mit Photoshop macht man aus Reiner Calmund in wenigen Minuten Bruce Darnell.

In verschiedenen Rollen zogen sie über Anti-Aging und Wellness her. Anke Brausch als freche Göre „Tineke“ beschwerte sich über ihre Mutter: „Mama findet einkaufen wegen ihrer Bulimie zum Kotzen“, deshalb ist auch „Karneval im Kühlschrank: Die letzte Käsescheibe geht als Rollrasen und der Quark trägt Pelz“. Tineke selber will nicht älter werden, ihr persönliches Patentrezept hat sie schon gefunden: Sie läßt sich einfach die Lebenslinie verlängern!

Claudia Thiel machte sich als dümmliche Christel Gedanken, was aus Kindern werden soll, die „Martha Pfahl, Rainer Zufall oder Wilma Blasen“ heißen.

Am Ende des Programms auch optisch sichtbar gealtert, sinnierten die beiden über die „Silver Surfer“, über Senioren, die im Internet verschwinden, weil sie „alt“ und „entfernen“ gedrückt haben. Aber auch als Seniorinnen flirteten die beiden mit den wenigen Männern in der ausverkauften Burg Holtzbrinck. Allerdings gestanden sie, in diesem Alter „Männer nur noch ambulant, nicht mehr stationär zu benötigen“.

Mit Senioren-Zumba und dem Song „Mein Rollator fährt 210, schwupp, die Polizei hat´s nicht gesehen, ich will Spaß“ verabschiedeten sie sich vom Publikum. von Silvia Sauser

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