Katharina Hübenthal einstimmig nominiert:

Juristin zieht für Grüne in den Bürgermeisterwahlkampf

+
Journalist Klaus Maliga interviewte Katharina Hübenthal.

Altena - Der Partei Bündnis 90/Die Grünen gehört Katharina Hübenthal nicht an. Dennoch nominierte der Altenaer Ortsverein die 38-Jährige Juristin jetzt zur Bürgermeister-Kandidatin. Sie soll an der Lenne, im Schatten der Burg, Nachfolgerin von Dr. Andreas Hollstein als Verwaltungschefin werden.

„Auf Katharina Hübenthal entfielen 15 Ja-Stimmen. Es gab eine Enthaltung. Damit ist sie einstimmig zu unserer Bürgermeisterkandidatin gewählt.“ Dr. Rita Rüth, Ratsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen, ist die Freude anzumerken, als sie weit nach 22 Uhr am Freitagabend das Ergebnis einer parteiinternen Nominierungs-Abstimmung in der Burg Holtzbrinck bekannt gibt. Dem voran ging knapp eine Stunde, in der der Journalist Klaus Maliga die 38-jährige Rechtsanwältin und Notarin in einem Interview mehr als 100 Besuchern des Abends vorstellt.

Mehr als 100 Gäste interessiert

 Weil die Partei auch „Fragekästchen“ am Eingang aufgestellt hat, folgt noch einmal eine halbe Stunde, in der Oliver Held und Judith Köster als Führungsduo der Grünen Hübenthal vom Publikum formulierte Fragen vorlegen. Klaus Maliga schenkt Hübenthal nichts. Seine Fragen kreisen um Altena Probleme, er fasst immer wieder nach, spitzt manches Mal noch einmal zu. So kommt er sowohl auf die Bauruine der Berg-Stiftung, die Leerstände in der Innenstadt und im Stapelcenter zu sprechen. Auch die mögliche Erweiterung des Gewerbegebietes Rosmart oder die tagesaktuelle Problematik der Tagesmütter, Klimaschutz- und Umweltpolitik am Ort, geht er an. „Da habe ich noch keine Lösung“, sagt Hübenthal zur Bauruine Berg.

Tagesaktuelle Fragen

Oder zu Rosmart fügt sie an: „Ich müsste erst alle Fakten kennen.“ Das sind zwar ehrliche Antworten. Aber die Kandidatin lässt die Zuhörer im Ungefähren, es wird nicht so recht klar, für was sie steht. Erfrischend dagegen ihre Haltung zu Altena als bewusst gewähltem Lebens-Mittelpunkt. Da gibt es kein Deuten, die Frau lebt gerne im Schatten der Burg, die, so sagt sie, „ein tolles Alleinstellungsmerkmal“ sei. Wie sie die Ortsteile als Bürgermeisterin einbinden wolle, ob sie bedingungslos vor dem Personal im Rathaus stehe, ob Altena Bau- und Jugendamt an den Kreis abgeben solle, in den Antworten auf diese Fragen blitzen dann doch erstmals eigene Ansichten auf. Sie will in die Ortsteile gehen, mit den Bürgern sprechen. Mit der Führungserfahrung aus der eigenen Kanzlei werde sie in den Dialog mit ihren Verwaltungsmitarbeitern treten, sie jedoch verkleinern, davon hält sie nichts. Das ist Hübenthals Politikstil: Sprechen, Reden, Ansprechpartner sein, moderieren. Auch als Maliga Fragen zur Zukunft der Bauruinen auf dem Nettenscheid stellt oder die Windräder auf dem Kohlberg anspricht, bleibt sie diesem Ansatz treu, legt sich nicht fest. Da ist sie ganz Juristin, die offenbar jedes Wort, das sie sagt, zuvor abwägt als auch einmal spontan einen Schuss aus der Hüfte zu wagen.

Kein Schuss aus der  Hüfte

Die Gäste lernen Freitag aber auch eine zweifache Familienmutter kennen, die sie das ein oder andere Mal zum Lachen bringt, wenn sie auf Fragen dann doch spontan antwortet und kontert. Maliga baut Hübenthal viele Brücken, legt ihr manche Steilvorlage vor die Füße, etwa, als das Interview um „Bedrohungen und rechten vulgären Populismus“ geht. „Wie damit umgehen?, fragt Maliga auch im Hinblick auf Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein und seine Erfahrungen. „So was geht gar nicht!“ und „Gewalt ist niemals eine Lösung“, antwortet die zweifache Mutter.

Altena familienfreundlicher machen

 Kein weiteres Wort zu Hanau, kein Wort zum Mord an Walter Lübcke oder zum Angriff auf Hollstein. Ein bisschen konkret wird Hübenthal dann aber doch noch. Altena möchte sie familienfreundlicher machen. Wie? Kindergärten und Schulen weiter stärken „und mehr Kinderspielpätze bauen.“

Der Vorstand der Grünen-Altena: Heinrich Hojda, Olli Held, Judith Köster, Anna Hinz und Dominik Nierhoff

Grüne bestätigen Vorstand

An der Spitze des Ortsverbandes Bündnis 90 / Die Grünen gibt es keine Veränderung. Judith Köster bleibt Sprecherin. Ihr Vertreter ist Ratsherr Oliver Held. Den Vorstand komplettieren Heinrich Hojda (Kassierer), Anna Hinz sowie Dominik Nierhoff als Beisitzer. Held gab vor 12 erschienenen Parteimitgliedern in der Burg Holtzbrinck einen kurzen Überblick über die Ratsarbeit. Dabei legte er den Schwerpunkt auf die Punkte Lenneradweg und den städtischen Stellenplan. Noch einmal forderte der Ratssprecher, dass angesichts sprudelnder Bundeszuschüsse der Radweg schnellstens fertiggestellt werden müsse. Kurz streifte stellvertretende Bürgermeisterin Dr. Rita Rüth den Konflikt der Tagesmütter und die Fortschreibung des Kindergarten-Bedarfsplans. Bei den Tagesmütttern gebe es eine fraktionsübergreifende Lösung. „Wir reden jetzt zwei Mal jährlich miteinander.“ 20 000 Euro für den Wahlkampf, 5 000 Euro für eine möglich Stichwahl: Diesem vom Vorstand beantragten Wahlkampfbudget stimmte die Mitgliederversammlung zu, die alles in allem kaum 30 Minuten dauerte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare