Kein Abschluss ohne Anschluss

Am Sitz der Altenaer Baugesellschaft empfing Vorstand Joachim Effertz (oben rechts) die örtlichen Partner des Projektes Berufsfelderkundung. Foto: Bonnekoh

Altena - „Kein Abschluss ohne Anschluss“ ist das Motto des neuen Übergangssystems Beruf-Schule, das der Ausbildungskonsens NRW gemeinsam mit Partnern aus Schulen, Betrieben und Verwaltungen gemeinsam auf den Weg gebracht hat.

Vorrangiges Ziel der Landesinitiative, die es seit einem Jahr gibt, ist, die Fachkräftesicherung in der Region. In Altena ist neben der Stadt als Mittler in Person von Kämmerer Stefan Kemper auch Hans-Ulrich Holtkemper als Oberstudiendirektor am Burggymnasium (BGA) federführendes Mitglied des Regionalen Bildungsbüros. Das ist beim Kreis angesiedelt.

Hier ziehen Birgit Luther und Michael Herget auch für Altena die Fäden. Berufsfeld-Erkundung – ein eher sperriges Wort, bietet jungen Leuten der Jahrgangsstufe 8 (Alter also zwischen 13 bis 14 Jahren), die Möglichkeit, an je einem Tag drei Tage hinter einander unterschiedliche Berufsfelder zu erkunden.

Ausbildungsbetriebe, diese Erfahrung hat auch Joachim Effertz, Vorstand der Altener Baugesellschaft, ABG, gemacht, stellen häufig fest, dass Jugendliche zu wenig über Berufe wissen oder das ihre Vorstellungen stark von der Realität abweichen. „Wir als Baugesellschaft haben von der Aktion im vergangenen Jahr auf einer SIHK-Veranstaltung gehört und spontan entschieden: Da machen wir mit!“

Wie es auf Wunsch des Landes für die örtliche Real-, Haupt- und Sekundarschule sowie das Burggymnasium Alltag werden soll, legen diese drei Berufsfeld-Schnuppertage ihren Schwerpunkt auf das Kennenlernen betrieblicher Strukturen und Anforderungen. Neben dem bewährten Schülerpraktikum wird deshalb ein weiteres Instrument eingeführt, das den Jugendlichen erste Einblicke in die Arbeits- und Berufswelt vermitteln soll.

Hans-Ulrich Holtkemper erklärt: „Ausgehend von einer – wir nennen es schulintern – Potenzialanalyse, erhalten die Schüler die Möglichkeit, bereits in der 8. Klasse an drei Tagen unterschiedliche Berufsfelder kennen zu lernen. Sie sollten, das ist Ziel unserer Beratungen, natürlich ihren persönlichen Stärken und Neigungen entsprechen.“

Nötig ist natürlich, das Betriebe, Firmen und Verwaltungen mitziehen. Denn allein im laufenden Jahr werden kreisweit rund 2250 Berufsfeld-Erdkundungspätze pro Tag benötigt.

Stefan Kemper, Stadt Altena, sieht in diesem neuen Instrument einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung des Fachkräftemangels in der Region. Joachim Effertz, ABG, beruhigt auf jeden Fall interessierte Betriebe und Firmen: „Alles ist absolut unbürokratisch aufgebaut. Wir haben im vergangenen Jahr gute Erfahrungen gemacht und sind auch 2015 wieder mit dabei“.

von Johannes Bonnekoh

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