Beispielhafte humanitäre Hilfe

Sommer 2012: Iryna mit Elisabeth Künast – sie stellte den Kontakt zum Klinikum her.

ALTENA ▪ Im vergangenen Jahr verhalf einer jungen Pinsker Studentin eine schicksalhafte Begegnung mitten in Dahle zu einer dringend erforderlichen Operation. „Iryna ist immer mal wieder mit der Kinderferienaktion nach Deutschland gekommen, zum ersten Mal vor 12 Jahren“, berichtet die Organisatorin Ulla Klüppel. „Zu den Gasteltern, der Familie Rosner aus Neuenrade und deren Tochter hat sich eine ganz besondere Beziehung entwickelt.“

So war der Schock groß, als Iryna im Sommer 2012 wieder nach Altena kam und ihre Stimme fast gänzlich verloren hatte. Sie war an Schilddrüsenkrebs erkrankt und in Minsk operiert worden, allerdings konnte sie danach nur noch flüstern. Die Ärzte in ihrer Heimat konnten nichts mehr für die junge Frau tun.

„Ich stand mit Iryna und der Gastmutter hier in der Dorfmitte und sie flüsterte mir etwas zu. Das hörte Elisabeth Künast, die neben uns stand. Sie berichtete von Dr. Heino Davids aus Hellersen, der vielleicht helfen könnte und vermittelte auch den Kontakt zum Klinikum“, erinnert sich Klüppel im Gespräch mit unserer Zeitung.

Nach einer Untersuchung und verschiedenen Spritzen kam die Stimme zunächst wieder, die erforderliche Nachsorge und eine Operation fanden zurück in Pinsk allerdings nicht statt. Die junge Frau verlor ihre Stimme erneut.

Also machten es die Gasteltern möglich, das Iryna in diesem Monat erneut nach Deutschland reisen konnte. Mit Linienbussen machte sie sich auf die Reise. Mittlerweile ist sie erfolgreich und erneut unentgeltlich in Hellersen operiert worden. Die 22-Jährige hat sich gut von der Operation erholt und besucht heute die Kleiderkammer des Fördervereins, um sich dort einige Kleidungsstücke auszusuchen, die dann mit dem nächsten Transport Mitte März auf den Weg nach Pinsk geschickt werden.

Zwischenzeitlich ist HNO-Arzt Dr. Davids in Moskau gewesen, um seine russischen Kollegen zu schulen – die Operation, die Iryna ihre Stimme zurück gab, ist bei uns Routine, während sie in den russischen Staaten kaum bekannt ist. J sis

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