Junge Post-Azubis lernen Weg „vom Ich zum Wir“ / Bürgermeister lobt Idee

Briefträger aus Afghanistan

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Nazeer Mohammad Mohseni (2.vl.). im Gespräch mit den Postausbildern Ingo Gottschalk und Frank Krämer (v.l.) neben einem Freund. Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein hatte den jungen Afghanen der Post als Azubi empfohlen.

Altena - Nazeer Mohammad Mohseni ist Auszubildender bei der Deutschen Post. In zwei Jahren will er seine Lehre zum Briefträger abgeschlossen haben. Der 29-jährige ist afghanischer Flüchtling und lebt erst zwei Jahre in Altena.

Gemeinsam mit 34 „Kollegen“, allesamt ebenfalls Post-Auszubildende der Berufsrichtungen Paket- oder Briefzusteller, Berufskraftfahrer und Bürokaufleute, nahm er jetzt an einer Projektwoche „Toleranz“ im Bergheim in Mühlenrahmede teil. 

Flüchtlinge eingeladen

Das Besondere: Der junge Mann war einer von insgesamt acht Frauen und einem weiteren Mann aus dem Irak, Afghanistan, Syrien und Iran, den die Deutsche Post, Niederlassung Hagen, ausdrücklich dazu eingeladen hatte. 

Wie in vielen anderen Unternehmen ist es auch bei der Deutschen Post üblich, zum Ausbildungsstart Teambildungstage zu verbringen, um gemeinsam den Weg „vom Ich zum Wir“ zu lernen. „Wir waren bereits vor Jahresfrist in Altena“, erzählen die Ausbilder Frank Krämer und Ingo Gottschalk. „Jetzt sind wir erneut an Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein herangetreten, um ihn für dieses Gemeinschaftsprojekt mit Flüchtlingen zu gewinnen.“ 

34 Auszubildende der Deutschen Post AG und neun Flüchtlinge aus den Integrationsklassen des Burggymnasiums (BGA) gestalteten und verlebten gemeinsam eine Projektwoche zum Thema „Toleranz“ am Ort.

Statt, wie häufig in den vergangenen Jahren, Naturerlebnisse an der Möhne oder Aufenthalte in Klettergärten zu absolvieren, standen diese Projekttage bewusst unter dem Zeichen „Junge Azubis aus Deutschland und ähnlich junge Leute aus vieler Herren Ländern begegnen sich, leben miteinander und absolvieren auch eine Teamwoche.“ 

Positives Fazit

Das Fazit der gemeinsamen Arbeit, in der unter anderem gemeinsam gekocht wurde, es Seminarsitzungen gab mit Themensetzungen wie „Typisch deutsch, typisch syrisch“, mit Aussprachen zu den abgelaufenen Wahlen, sportlichen Aktivitäten, Ausflüge in und um Altena und natürlich vielen Gesprächen, fällt positiv aus. 

Heike Blankenstein, Personalchefin am Standort Hagen der Deutschen Post meinte, die Integration von Flüchtlingen könne nur durch Kommunikation und ein unbefangenes Alltagsmiteinander gelingen. Da habe man bei diesen Toleranz-Projekttagen bewusst angesetzt. Dass Nazeer Mohammad Mohseni dabei sei, habe dem ganzen eine besondere Note gegeben. 

Beim Einstellungsverfahren überzeugt

Auf Empfehlung des Bürgermeisters habe ihm die Deutsche Post die Chance gegeben, bei ihr in eine Ausbildung einzusteigen. Sein Fleiß, seine Zuverlässigkeit und die Sprachfertigkeit, die er sich in insgesamt zweieinhalb Jahren in Deutschland aneignete und noch weiter verbessert, hätten beim Einstellungstest und -gespräch überzeugt. 

Dr. Andreas Hollstein, der zum Abschlussessen der Projekttage eingeladen war, abschließend: „Wir danken der Post für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Stellwerk.“ 

Dessen Team um Anette Wesemann habe maßgeblich die Projekttags-Inhalte mit gesetzt. „Seminare wie diese sind für beide Seiten eine wichtige Erfahrung. Für mich sind es Puzzleteile auf dem Weg zu einer geglückten Integration.“

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