Junge Dahlerin hat sich für Amerika entschieden

Schnee werden die beiden wohl erstmal nicht sehen: Stefanie Lahrmann und ihr Freund Brian am Kohlberg.

Altena - Vor genau einem Jahr machte sich Stefanie Lahrmann auf den Weg nach Amerika, um im sonnigen Kalifornien als Au-Pair-Mädchen neue Erfahrungen zu sammeln. Zusammen mit ihrem amerikanischen Freund Brian stattete die junge Dahlerin jetzt ihrer Familie zu Weihnachten einen kleinen Besuch ab .

 Doch bereits am Silvestermorgen startete sie gemeinsam mit ihrem amerikanischen Freund wieder zurück in die USA. Für diesen Sommer plant sie, ihr Hab und Gut in ihre neue Wahlheimatstadt San Diego zu holen, um – vielleicht für immer – in Amerika zu bleiben.

Bei einem einmonatigen Au-Pair-Job in Frankreich entwickelte die 23-jährige Erzieherin die Idee, als Au-Pair-Mädchen nach Amerika zu gehen. Ihre Reiselust und der Wunsch, ihr Englisch zu verbessern, gaben ihr den letzten Ruck, sich zu bewerben. Ihre Familie, Freunde und Bekannte haben sie in ihrem Wunsch bestärkt, obwohl ihre Mutter ihr Mädchen in einem sonst reinen Männerhaushalt nur ungern gehen ließ.

Bereits der Hinflug war für Stefanie Lahrmann Abenteuer pur: „Strenge Passkontrollen, das Handgepäck ständig im Blick, Tickets bereit halten, Gates finden und die Anschlussflüge bekommen – das war alles sehr aufregend.“ Dies alles scheint heute eine Ewigkeit her. Sie ist gesund in einer sympathischen und freundlichen Gastfamilie gelandet und betreut dort zwei Jungen im Alter von drei und fünf Jahren.

Stefanies Arbeitstag beginnt um 8 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück. Die Gasteltern arbeiten in Vollzeit, sodass Stefanie die Kinder bereits für den Schultag vorbereitet. Sie hilft beim Anziehen, bereitet das Mittagessen für die Schule zu und sie begleitet die Kinder auf dem Weg dorthin. „Die Preschool“, so erklärt Stefanie, „ist dem deutschen Kindergarten gleichzusetzen.“ Sie beginnt um 8 Uhr und endet um 14 Uhr.

Der ältere Junge, Konrad, besucht die Preschool von montags bis donnerstags. Der jüngere, Daniel, geht dienstags und donnerstags. Nachdem Stefanie Konrad weggebracht hat, geht sie mit Daniel in den Park oder zum Spielplatz, an den Strand und manchmal auch ins Museum. „Langeweile kommt bei uns nicht auf“, lacht die sympathische Dahlerin.

Um 12.30 Uhr isst sie mit Daniel zu Mittag. Sie kochen gemeinsam und gesund, was für die Gasteltern besonders wichtig ist. Um 13.45 Uhr fahren Stefanie und Daniel zur Preschool, um Konrad abzuholen.

Ungefähr um 14.20 Uhr sind die Drei zu Hause. Während Daniel seinen Mittagsschlaf hält, hat Stefanie Zeit für Konrad. Sie machen Hausaufgaben, lesen Bücher, spielen mit Autos oder erzählen sich einfach nur, wie der Tag war – auf Deutsch, um den Kindern diese Sprache zu vermitteln. Meist wacht Daniel gegen 16 Uhr wieder auf und die Eltern kommen um 17 Uhr von der Arbeit nach Hause.

Stefanie erzählt begeistert von ihrem Leben in Amerika, räumt jedoch ein, dass sie froh ist, selbst in einem kleinen Dorf aufgewachsen zu sein. Sie konnte unbeschwert draußen spielen und die sauerländische Natur genießen. In San Diego gebe es zwar viele Angebote für die Kinder, die ersetzten jedoch nicht die Natur. Zudem sei man dort immer auf das Auto angewiesen, da die Bus- und Zugverbindungen nicht optimal seien.

Trotzdem: Stefanie Lahrmann will erst einmal in Amerika bleiben. Nicht zuletzt wegen ihres Freundes Brian. Mit dem verbringt sie viel Zeit am Strand und beim Surfen. Auch hat sie bereits Bewerbungen an Kindergärten verschickt. Stefanie schätzt ihre Chancen gut ein, da sie nun englisch genauso gut spricht wie deutsch.

Von ihren Zukunftsplänen hat Stefanie ihrer Familie zu Weihnachten berichtet. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge gesteht die 23-Jährige: „Natürlich fällt es allen schwer, mich ziehen zu lassen, doch jeder muss seinen Weg gehen. Und ich habe mich für die USA entschieden.“ ▪ Von Barbara Grefe

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