Modellprojekt im Mühlendorf

ALTENA ▪ Lichttechnik vom Feinsten, ein alter Perser auf dem Parkett, Sitzkisten vom Kirchentag und das alles im Schatten eines riesigen, modernen Kreuzes: Das Gemeindezentrum Mühlendorf ist in diesen Tagen nicht wiederzuerkennen. Gestern begann dort die „Jugendkirche auf Zeit“ des evangelischen Kirchenkreises“.

„So etwas hat es in der Kirche von Westfalen noch nicht gegeben“, sagte Altenas Jugendpresbyter Carsten Menzel sichtlich stolz. Auch aus der EKD sei ihm nicht bekannt, dass ein Kirchenkreis schon mal ein einmonatiges Programm für Jugendliche zentral an einem Ort angeboten hätte. Feste Jugendkirchen, die gebe es schon, sagte Menzel – aber das sei nichts für einen „Flächenkreis“. Der Kirchenkreis Iserlohn beginnt an Dortmunds südlicher Stadtgrenze, er erstreckt sich bis in die Rahmede.

Damit liegt Altena eher am Rande. Trotzdem freute sich das Jugendreferat über die Bereitschaft der Evangelischen Gemeinde, das Experiment zu wagen und sich bei „Jugendkirche auf Zeit“ zu engagieren. Zukünftig soll diese Veranstaltung jährlich in wechselnden Gemeinden stattfinden, Bewerber für 2013 gibt es schon.

An jedem Tag im September wenigstens ein Programmpunkt – das ist die Idee, die dahinter steckt. Dazu sei viel Improvisation erforderlich, zumal das Programm von den Jugendlichen selbst gestaltet werde, erklärte gestern Erich Reinke, der Geschäftsführer des Jugendreferates. An neuen Medien führt da kein Weg vorbei: Was los ist, steht im Internet und Mitfahrgelegenheiten von den anderen Kirchenkreis-Städten nach Altena werden bei Facebook vermittelt.

Kein Problem sei übrigens die Funktion der benachbarten Mühlendorfer Kirche als Beerdigungs-Kirche, erklärte Menzel: Das Bistro der Jugendkirche öffnet um 15 Uhr, Trauergottesdienste finden um diese Zeit nicht mehr statt.

Mit einem „Multiaktionstag“ ging es gestern los, um die 50 Jugendliche kamen zum Auftakt – etwa die Hälfte davon nicht aus Altena, schätzte Pfarrerin Merle Vokkert. Sie musste sich – wie auch Bürgermeister Dr. Hollstein – später im Interview Fragen junger Menschen stellen, außerdem war das Garenfelder Marionettentheater erschienen und zeigte biblische Geschichten im modernen Gewand. Den Abschluss bildete der allwöchentliche Jugendgottesdienst des Kirchenkreises, der sonst in Iserlohn stattfindet.

http://www.juenger-iserlohn.de

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