Entschuldung geht zügig weiter voran

Jugendhilfe: Kosten laufen Altena davon

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Blick auf das Kreditmanagement der Stadt: Durchdacht wird die weitere Entschuldung der Stadt vorangetrieben.

Altena - „Aktuelle Finanzsituation der Stadt“ – dieser Punkt steht regelmäßig auf der Tagesordnung des Rates. Dann gibt stets Kämmerer Stefan Kemper einen fundierten Bericht über das Zahlenwerk, mit dem er sich persönlich und seine Abteilung beschäftigt. So auch am Montag,25. September.

Das, was der oberste Kassenchef der Stadt am Montag, 25. September,  zu sagen hatte und mittels ausdrucksstarker Folien auch visuell untermauerte, wurde mit viel Beifall bedacht. 

Viel Positives für die Burgstadt

Fakt ist nämlich: Angelehnt an die relativ gute Wirtschaftslage im Land, Bund und in der Welt, malte Kemper kein schwarzes Bild für die Stadt und ihre finanzielle Entwicklung. Er leitete viel mehr aus den Prognosen der Experten, die Wirtschaft wachse in diesem Jahr vermutlich um zwei Prozent, auch viel Positives für die Burgstadt ab. 

Zwar sprudelte im verarbeitenden Gewerbe, dem Herzstück der Altenaer Wirtschaft, die Gewerbesteuer im ersten Halbjahr 2017 nicht ganz so kräftig, wie erhofft. Doch Kemper sieht nach dem weiteren Faktencheck der Monate Juli, August und des auslaufenden September „neben Luft nach oben“ durchaus zumindest den Vorjahresstand wieder erreicht. 

Das Jahresergebnis 2016 der Stadt Altena wurde jetzt im Rathaus und mit Hilfe externer Büros fertiggestellt. Auch hier lautete des Kämmeres Kommentar nüchtern: „Wir können zufrieden sein“, auch wenn das endgültige Ergebnis mit nur wenig über zwei Millionen Euro nicht ganz so ausfiel, wie zunächst noch erwartet.

Entschuldungsphase eingeleitet

Positiv und weitschauend leitete die Kämmerei aufgrund des momentanen Niedrigzinses eine weitere städtische Entschuldungsphase ein. Anhand zahlreicher Folien erläuterte Kemper hier sein Kreditmanagement, das mit den Gegebenheiten, also guten Steuereinnahmen von außen und der aufgezwungenen Steuererhöhung für den Bürger (Sparkommissar) gut harmoniere. „Wir sind breit aufgestellt in Sachen Investitions- und Liquiditätskredite“, führte er aus. 

Der Haushalt 2017 bewege sich bis jetzt ebenfalls in normalen Bahnen. Insbesondere der Punkt Flüchtlingspauschale stelle dabei aber keine besondere Herausforderungen dar. Das Land zahle pünktlich, es gebe keine Probleme. 

Die sieht er nur im Jugendhilfe-Kosten-Sektor aufziehen. „Das macht mir große Sorgen. Sowohl die Verwaltung als auch der Rat müssen das noch mehr in den Blick nehmen.“ 

Gelassener Kämmerer

Abschließend merkte er an: Selbst die zum 1. März 2018 zu erwartende Tariferhöhung im öffentlichen Dienst bringe ihn nicht aus der Ruhe, rechne er doch fest mit einem Anstieg der Schlüsselzuweisungen des Landes in 2018. 

Und was ist mit den Niedrig-Zinsen? Bleibt das Niveau auf diesem sensationell niedrigen Wert? In eine Glaskugel schauen könne niemand, aber er sehe diese Entwicklung relativ gelassen. Auch wenn schon eine Zinserhöhung um nur ein Prozent Altena mit bis zu 50 000 Euro pro Jahr belasten könnte.

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