Jugendherberge auf der Burg: 160 Kilo Nudeln für die Gäste

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Die Jugendherberge ist beliebt: Hier gibt es pro Jahr 7600 Übernachtungen.

Altena – 405 Kilo Müsli, 160 Kilo Nudeln und 14.600 Tassen Kaffee: Viele hungrige Gäste, es gibt 7600 Übernachtungen pro Jahr, werden in der Jugendherberge versorgt.

Der Tag beginnt früh in der Jugendherberge auf der Burg Altena. Um 6 Uhr ist die Nacht vorbei. Dann wird das Frühstück vorbereitet und aufgebaut. Anschließend geht es sofort an die Vorbereitung des Mittagessens, und abends haben die Gäste ja auch Hunger. An diesem Tag steht Gemüsesuppe auf dem Speiseplan. Seit 2012 ist Britta Seeger die „Herbergsmutter“. 

So hieß es früher, heute spricht das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) von der Herbergsleitung. Wenn auch der größte Teil der Besucher, rund ein Drittel, Schulklassen sind, so heißt das nicht, dass in den Ferien nichts los ist. „Wir sind zwischen März und Oktober immer gut ausgebucht“, sagt Britta Seeger. 

In den Ferien kommen viele Familien, am Wochenende oft Gruppen. Aktuell schlafen 26 Besucher in der Jugendherberge auf der Burg, zehn weitere in der etwas unterhalb gelegenen Villa – darunter die „Judolöwen“ eines Sportvereins. „Wo sie herkommen weiß ich jetzt gar nicht“, sagt die Leiterin mit einem Lächeln. 

Jugendherbergsleiterin Britta Seeger in der Küche.

Dafür sei die stetige Fluktuation doch zu groß. Heute erwartet Seeger eine große Gruppe von 50 Personen, die übers Wochenende auf der Burg bleiben. „Die Besucher kommen meist aus dem größeren Umkreis, bis nach Dortmund und Hagen“, sagt die Herbergsmutter zum Einzugsgebiet. 

Aktuell schon 6202 Gäste

Aber auch die Burgstadt, insbesondere die Grundschulen Dahle, Mühlendorf und Breitenhagen, halten der Herberge seit vielen Jahren die Treue. Sie kommen jedes Jahr mit den dritten Klassen. Aktuell weist die Besucherstatistik des DJH für die Einrichtung in der Burgstadt 6202 Übernachtungen für dieses Jahr aus. „Bis zum Jahresende werden wir uns wohl wieder bei 7600 eingependelt haben – das ist eine übliche Größenordnung“, schätzt die Leiterin. 

So viele Übernachtungen gab es in 2017 und 2018. Und sie wollen verpflegt werden: mit rund 14 600 Tassen Kaffee, 12 300 Brötchen, 405 Kilo Müsli, 160 Kilo Nudeln und 13 Kilo Honig. Der Jugendherbergsverband Westfalen-Lippe hat in seinem Jahresbericht für 2018 aufgelistet, was die Besucher in den 29 zugehörigen Häusern verspeist haben. 

Das Frühstück ist fertig: Vorbereitung in der Jugendherberge.

Die Umrechnungen für Altena basieren auf den Übernachtungszahlen, also dem Verhältnis von 7600 zu 625 000 Übernachtungen in den 29 Häusern des Verbands. 

Beachtliche Zahlen gibt es auch bei der Bewertung der Jugendherberge: Insbesondere der Service und die Freundlichkeit des Personals bekommen richtig gute Noten: Von 164 Bewertungen in den vergangenen zwölf Monaten gab es von den Gästen durchschnittlich 4,7 Punkte, fünf sind möglich. Top finden sie auch die Sauberkeit: wiederum 4,7 Punkte. Die Verpflegung kann sich mit 4,4 Punkten auch sehen – und schmecken – lassen. Für die Ausstattung bekommt die Jugendherberge vier Punkte. 

Erste Jugendherberge in ganz Deutschland

Im Deutschen Jugendherbergswerk nimmt das Haus in Altena eine besondere Stellung ein: Es ist die erste ständige Jugendherberge Deutschlands, die 1912 eröffnet wurde. Ihr Gründer ist Richard Schirrmann. Der Lehrer kam im Jahr 1903 nach Altena. 

Als Mitglied des Sauerländischen Gebirgsvereins hatte Schirrmann die Idee, ein Netz von Unterkünften für junge Wanderer zu schaffen. Die Idee zu Jugendherbergen entstand bereits im Jahr 1909. Schirrmann gewann viele Unterstützer und fand 1912 den ersten Standort auf der Burg. 

Übernachtung für 20 Pfennig und ein Schmalzbrot

Noch heute sind die Räume dieser Herberge im Originalzustand zu bewundern. Es gibt heute 35 Betten in der Burg und weitere 25 in einer Jugendstill-Villa, die einen Steinwurf entfernt an der Thoméestraße liegt. In der Burg gibt es Zimmer mit bis zu 14 Betten, etwas kleiner fallen die Räume in der Dependance aus: Bis zu acht Betten gibt es hier. 

Und was kostet der Aufenthalt? Britta Seeger lacht. „Man hat mir mal erzählt, dass man früher für 20 Pfennig übernachten konnte und ein Schmalzbrot dazu bekam.“ Einzelreisende zahlen heute ab 26,20 Euro, für Gruppen gilt pro Kopf der gleiche Tarif. Kinder bis drei Jahren übernachten kostenfrei, für Junioren zwischen drei und fünf Jahren gibt es 50 Prozent Ermäßigung. Jeder Schulkasse werden zwei Freiplätze angeboten.

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