Bis zum Sommer

Jugendherberge auf Burg Altena: Lockdown verlängert

Jugendherberge auf der Burg Altena
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Die Jugendherberge auf der Burg Altena bleibt vorerst weiter geschlossen.

Schlechte Nachrichten auf Burg Altena: Die Jugendherberge bleibt geschlossen - noch bis zum Sommer. Mindestens. Das verschärft die angespannte Lage fürs Jugendherbergswerk.

Altena – Kein Kinderlachen, kein Geschirr-Geklapper, kein Anstehen vor dem Bad. Die Stille in der Jugendherberge auf der Burg ist gespenstisch. 15 Monate totaler Stillstand. Mindestens. Das Jugendherbergswerk Westfalen-Lippe hat den Lockdown für die Herberge verlängert. Kein Gast wird vorerst bis zum 1. Juli auf der Festung übernachten, wo einst Richard Schirrmann als Gründungsvater 1874 die erste Jugendherberge der Welt ins Leben rief.

Das gilt für die Herberge auf der Burg ebenso wie für elf weitere Betriebe des Verbands Westfalen-Lippe, darunter auch das Haus an der Glör und in Bochum. Für die 18 weiteren Häuser, zum Beispiel an der Bigge oder in Hagen, läuft der Lockdown zunächst nur bis zum 18. April. Bis zu diesem Datum gilt der verschärfte Lockdown in ganz Deutschland, der keine touristische Reisen innerhalb der Bundesrepublik zulässt.

Blick auf die Burg Altena vom Wehye-Park aus: Dort ist es derzeit gespenstisch still.

Der Hintergrund: „Bis zu den Sommerferien sind Klassenfahrten für Schulen aus NRW untersagt. Auch Gruppenbuchungen werden zunehmend storniert oder erst gar nicht gebucht. Unter diesen Rahmenbedingungen ist ein wirtschaftlicher Betrieb des Standortes bis zum Sommer nicht möglich“, erklärt Oliver Engelhardt, Bereichsleitung Marketing, Vertrieb & Produktentwicklung im Jugendherbergswerk.

Herbe Verluste bei Übernachtungen und Gästen

Die große Hoffnung dort: Dass das Haus auf der Burg zumindest wieder pünktlich zum Start der Sommerferien in NRW am 5. Juli öffnen kann. In anderen Bundesländern beginnen die Ferien bereits im Juni. Gäste aus diesen Regionen können die Bilanz für das laufende Jahr nicht aufpolieren. Und somit verschärfen sich die Folgen der Corona-Pandemie weiter.

„Die Lage ist ernst. Wir befinden uns nach wie vor in einer historischen und existenzbedrohenden Situation“, sagt Guido Kaltenbach, Geschäftsführer des Jugendherbergswerk Wetsfalen-Lippe, angesichts der Statistik für 2020. Übernachtungs- und Gäste-Zahlen brachen im vergangenen Jahr auf ein Zehntel der Vorjahreswerte ein.

Herberge in Altena auf Gruppen ausgelegt

Die Bilanz für dieses Jahr, in dem ein halbes Jahr Betrieb definitiv fehlt, dürfte nicht besser ausfallen. Kaltenbach wird deutlich: „Die weitere Entwicklung der Pandemie und die Frage, wann wir wieder Schulfahrten und Gruppen in unseren Häusern haben, ist entscheidend für unsere Zukunft. Je länger diese fernbleiben, desto mehr spitzt sich die Lage für uns zu.“

Ein Fakt, das die Herberge auf der Burg besonders trifft. Schulklassen und Freizeitgruppen sind jene beiden Gruppen, auf die das Haus auf der Burg ausgerichtet ist. Es verfügt über 60 Betten in zehn Zimmern. Die Ausstattung mit Mehrbett-Zimmern und Gemeinschaftsbädern verschärft die Probleme in der Corona-Krise.

Denn Übernachtungen – selbst wenn sie erlaubt wären – unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln kaum machbar sind. Auf der Burg „machen die beiden Hauptzielgruppen bis zu 80 Prozent der Belegung aus“, verdeutlicht Engelhardt. Darum entschloss sich der Verband, die Herberge auf der Burg ebenso wie acht weitere in Westfalen-Lippe, seit März 2020 komplett geschlossen zu lassen.

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