Fahrrad-Weltenbummler Jürgen Kalf meldet sich von Island

Stehaufmännchen auf dem Rad

Altena -  Jürgen Kalf ist so etwas wie ein „Stehaufmännchen.“ Der Mann, den jeder in Altena nur mit oder besser auf dem Fahrrad kennt, hat eine Passion: Die Welt mit dem Rad zu erkunden. Der ehemalige Blumenhändler bereiste so bereits große Teile Afrikas, Mittel- und Osteuropas.

Im Frühsommer wollte Jürgen Kalf erneut bis zu 15 000 Kilometer unter seine Fahrrad-Reifen nehmen und die baltischen Staaten sowie große Teile von Russland erradeln. Leider musste er nach kaum 3 000 Kilometer nach der Diagnose Versensporn, Thrombose und Verdacht auf Knochenentzündung aufgeben und fand sich in einem Krankenhaus in Masuren wieder. „Meinem Bruder geht es gesundheitlich wieder gut. Er ist mit Rad und rund 80 Kilogramm Gepäck erneut unterwegs. Zurzeit befindet er sich auf Island“, meldete sich der nahe Verwandte überraschend vor ein paar Tagen in der Redaktion. „Wir halten via Facebook einen guten Kontakt und die Fotos, die er mir zukommen ließ, belegen, er fühlt sich wohl.“

Das Telefon war kaum „kalt“, da schickte Jürgen Kalf selbst auch unserer Zeitung Fotos und Bilder von „einer Insel, die so einmalig schön ist, das mir oft die Worte fehlen“, tippte er kurz und knapp in sein Smartphone. Große Beschreibungen zu Schnappschüssen von Geysiren, also sprudelnden heißen Quellen, die in riesigen Fontänen aus der Erde schießen, oder Gletschern sind auch unnötig. Sie sprechen einfach für sich. Island, sein Aufenthaltsort seit Mitte Juli, befindet sich südöstlich von Grönland. Nordöstlich liegt die Insel Jan Mayen, östlich liegt Norwegen, südöstlich die Färöer, Großbritannien und Irland. Von Skagen aus hatte sich Kalf auf dieses, sein neues „Traumziel“, so schrieb er unter eines seiner Fotos, übersetzen lassen.

Die Weite, die unberührte Natur, das Alleinsein, all das erlebt der Altenaer jetzt Tag für Tag. Denn auf dem Eiland leben mit etwas mehr als 320 000 Einwohnern kaum mehr Menschen als in einer mittelgroßen deutschen Großstadt.

Das Hochland von Island habe viele Schönheiten aufzuweisen. Beispielhaft nennt Kalf die Hochlandpisten Kjölur, Kaldidalur oder Sprengisandur. Wer sie überquere habe stets gute Blicke auf die verschiedensten Arten von Gletschern. „Die Hochtemperaturgebiete von Landmannalaugar und den Kerlingarfjöll sind bekannt für das bunte Gestein ihrer Berge. Das macht mich ganz still. So schön ist es hier.“ Reykjavik, die am nördlichsten gelegene Hauptstadt der Welt, wird Kalf auf jeden Fall erradeln und erkunden.

So richtig warm wird es auf der Insel auch im Sommer nicht, man müsse sich mit 15, 18 Grad Celsius begnügen. Jeden zweiten Tag des Jahres fällt rein statistisch gesehen auf Island Regen. „Aber das macht Jürgen nicht viel aus. Er ist Sportsmann“, sagt sein Bruder. von Johannes Bonnekoh

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