Jubiläum der Frauenhilfe Nette-Stadtmitte

Das Duo „Beffchen und Taste“ sorgte für gute Unterhaltung.

ALTENA – Am Sonntag beging die Frauenhilfe Nette-Stadtmitte ihr 100-jähriges Jubiläum. Genau genommen betraf dieser Geburtstag jedoch nur die Frauenhilfe aus der Nette, denn diese wurde am 4. April 1910 von Pastor Karl Birkenhoff gegründet. Da jedoch beide Gruppierungen vor vielen Jahren fusionierten, beging man das Jubiläum gemeinsam.

Die Frauenhilfe erhielt ein einmaliges Geschenk. Es war der Grabstein des am 25. März 1924 verstorbenen Pfarrers Birkenhoff. Der Stein wurde von seiner Großnichte, Barbara Berkemeier, zur Verfügung gestellt. Er wird nach den Worten der Vorsitzenden der Frauenhilfe, Margot Nossol, einen Ehrenplatz auf dem evangelischen Friedhof erhalten.

Die Aufgaben der Frauenhilfe haben sich im Laufe der Zeit erheblich geändert. In den Anfängen standen die Mithilfe im Haushalt kinderreicher Familien oder die Versorgung der Bedürftigen einer Gemeinde auf dem Programm. In der Regel wurden Speisen auch in der eigenen Küche zubereitet. Auch so genannte „Wöchnerinnen“ wurden von den Frauen der Frauenhilfe betreut. Bis zu deren vollständiger Genesung führten sie den Haushalt und versorgten die Kinder. Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier wies in seiner Begrüßungsrede ausdrücklich darauf hin, dass es weder die Kirchengemeinde noch die Diakonie schaffen würden, „Gemeinschaft und Orte menschlicher Zuwendung in solch stetiger Weise zu schaffen“. Ohne die Frauenhilfe, so Kehlbreier weiter, sei eine vernünftige und effektive Arbeit innerhalb einer Gemeinde nicht möglich.

Die Frauenhilfe auf Gemeindeebene leiste vorrangig Seniorenarbeit. Das jedoch sei kein Makel. Gerade in einer Stadt wie Altena würden – bedingt durch den demografischen Wandel – alle Gruppen herausgefordert, innerhalb ihres Bereiches tätig zu werden. Im Hinblick auf die Frauenhilfe sei dies die Seniorenarbeit. Mittlerweile sei jedoch ein „Trend“ erkennbar, dass sich offenbar auch jüngere Frauen für die Arbeit innerhalb der Gemeinde interessieren. Die Frauenhilfen erleben, so die Worte der Vorsitzenden einer befreundeten Frauenhilfegruppe, eine Renaissance, würden sich sozusagen „verjüngen“.

Moderatorin Fokkert kündigte ein ungewöhnliches Ereignis an. Es war der Auftritt des Duos „Beffchen und Taste“. Das Beffchen wurde durch Pfarrer Kehlbreier, die Taste durch Kantor Johannes Köstlin personifiziert. Das Publikum bedachte den Auftritt mit lautstarkem Applaus. So trugen Kehlbreier und Köstlin Persiflagen auf Reinhard Mey´s „Über den Wolken“ (umgetextet in „Unter der Kanzel“) und Herbert Grönemeyers „Männer“ (umgetextet in „Frauen“) vor. Kehlbreier, ausstaffiert als Fußballfan, brachte die Arbeit der Frauenhilfe in seinem äußerst humoristischem Vortrag auf den Punkt: „Wennse gebrauch wirs, bisse ebend da.“

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