Dieser Altenaer gründete eine Uni in Berlin

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Die drei Gründer: (v.l.) Manuel Dolderer, Jonathan Rüth aus Altena und Thomas Bachem.

Altena – Die private Code University hat Jonathan Rüth aus Altena mit zwei Männern gegründet. Sie wollen Studenten das Programmieren so praxisnah wie möglich beibringen.

Die private Code University of Applied Sciences in Berlin hat einen Gründer aus Altena – Jonathan Rüth. Vor zwei Jahren hatte er mit seinem Studienfreund Manuel Dolderer aus Herdecke und dem Unternehmer Thomas Bachum aus Köln die Idee und den Mut, eine Hochschule zu gründen.

Heute studieren dort 230 Studenten aus 42 Nationen und arbeiten auf die staatlich und international anerkannten Abschlüsse Bachelor of Arts in Software Engineering, Bachelor of Arts in Interactions Design und Bachelor of Arts in Product Management hin. Die Hochschule kann jedes Jahr aus 2000 Bewerbern etwas mehr als 100 Studenten auswählen. 

Praxisnahe, digitale Welt

Jonathan Rüth wuchs in Altena auf und legte am Burggymnasium seine Reifeprüfung ab. In Herdecke studierte der 31-Jährige Wirtschaftswissenschaften und schloss das Studium mit dem akademischen Grad eines Bachelors ab. 

Für den Masterstudiengang ist er noch eingeschrieben. Erste Berufserfahrungen sammelte er vor dem Karriere-Sprung in Köln. Dort war er in einem Forschungsinstitut, das sich schwerpunktmäßig mit Bildungs- und Gesundheitsfragen beschäftigte, ebenso tätig wie für den Klett-Schulbuchverlag. Für den entwickelte der Burgstädter unter anderem Strategien für praxisnahe Digital-Anwendungen.

Rüth beschreibt das Konzept der Hochschule so: „Am Anfang stand die Idee, eine Fachhochschule für Studierende anzubieten, die das Programmieren erlernen wollen.“ Doch dabei gehe es inhaltlich nicht um das Auswendiglernen immer gleicher Inhalte oder um das sture Pauken mathematischer Abläufe für die Prüfung. 

„Code basiert auf dem Entwickeln von Ideen und deren Umsetzung.“ Wissen präge sich eben am besten ein, wenn es in der Praxis Wirkung entfalte. Informationen würden am besten in einem Kontext mit praktischem Bezug gespeichert. „Ich nenne das von Neugier getriebenes Lernen.“

"Zukunft selbst bauen"

Gerade bei der Ingenieur-Ausbildung sieht der Altenaer in vielen Bereichen großen Nachholbedarf auf akademischem Parkett. Es müsse mehr und mehr Ziel der Ausbildung sein, Absolventen in die Lage zu versetzen, „sich ihre Zukunft selbst zu bauen“.

Rüths Lieblingsbeispiel: Wer schon einmal versucht habe, über die Deutsche- Bahn-App ein Ticket herunterzuladen, wisse, wie man es nicht machen solle. Dabei gehöre genau eine solche praxistaugliche Entwicklung in den Sektor „Digitale Bildung“. 

Heute seien anders als in der Vergangenheit alle technischen Voraussetzungen vorhanden, um systematisch Branchen und Geschäftsfelder zu verändern. Die digitalen Komponenten seien mittlerweile so günstig, dass es künftig kaum ein Produkt geben werde, das sich dem entziehen könne. Das werde Gesellschaft und Arbeitswelt weiter massiv verändern. 

Die Bildungsziele an der Code-University lauteten deshalb konsequent: Kommunikation und Zusammenarbeit, kreative Problem-Lösung, unternehmerische/gestaltende Denkweise, Neugier, kritische Urteilskraft und „Techno-Literacy“, also mehr und mehr mit dem Zustand moderner Technologie vertraut zu werden. Rüth: „Nicht Wissen allein ist das erste Ziel von Bildung, sondern Kompetenz  und Anwendung des Erlernten."

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